Taipeh: 18 chinesische Flugzeuge in Luftraum eingedrungen

China antwortet mit Militärmanöver auf Besuch von US-Diplomaten in Taiwan

Peking (AFP) - Angesichts des umstrittenen Besuchs eines hochrangigen US-Diplomaten in Taiwan haben sich die Spannungen zwischen Peking und Taipeh weiter verschärft. Chinesische Streitkräfte würden "gegenwärtig Kampfübungen nahe der Straße von Taiwan" absolvieren, teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Peking am Freitag mit. Taipehs Behörden meldeten das Eindringen von 18 chinesischen Flugzeugen in den taiwanesischen Luftraum.
Keith Krach bei der Landung in Taipeh Bild anzeigen
Keith Krach bei der Landung in Taipeh © AFP

Das Manöver sei "eine legitime und notwendige Aktion, um Chinas Souveränität und territoriale Integrität zu gewährleisten", sagte Ministeriumssprecher Ren Guoqiang in Peking. Die chinesische Armee habe "ausreichend Stärke", um jede Bedrohung von außen oder von taiwanischen "Separatisten" zu kontern. Taiwan sei "ausschließlich eine innere Angelegenheit Chinas". Peking werde keine Einmischung von außen zulassen.

Das Verteidigungsministerium in Taiwan meldete am Freitag das Eindringen von 18 chinesischen Flugzeugen, darunter Bomber und Kampfflugzeuge, in Taiwans südwestliche Luftverteidigungs-Identifikationszone (ADIZ). Die Flugzeuge überflogen zudem die Median-Linie, die die Meerenge zwischen Taiwan und dem chinesischen Festland teilt. Taiwan habe Kampfjets losgeschickt und die Flugzeug-Bewegungen mit einem Raketensystem zur Luftverteidigung verfolgt. In den vergangenen Wochen hatte Taiwan häufiger das Eindringen chinesischer Flugzeuge in die ADIZ-Zone gemeldet.

Die staatlich unterstützte chinesische Zeitung "Global Times" warnte, "Krieg wird unvermeidbar ausbrechen", wenn die USA und Taiwan weiter "provozieren" würden.

US-Außenminister Mike Pompeo kritisierte das chinesische Vorgehen. "Wir schicken eine Delegation zu einer Beerdigung und die Chinesen antworten offenbar mit militärischem Gepolter", sagte Pompeo zu Reportern bei einem Besuch im lateinamerikanischen Guyana.

US-Staatssekretär Krach war am Donnerstag für einen dreitägigen Besuch in Taipeh eingetroffen, er soll dort an einer Gedenkfeier für den im Juli gestorbenen ehemaligen Präsidenten Lee Teng Hui teilnehmen. Es ist die höchstrangigste Visite eines Vertreters des US-Außenministeriums seit mehr als 40 Jahren. Der Besuch ist heikel, da China Taiwan als abtrünnige Provinz sieht, die wieder mit der Volksrepublik vereinigt werden soll - notfalls mit Gewalt.

Im August hatte bereits US-Gesundheitsminister Alex Azar die Insel zum großen Ärger Pekings besucht. China warnte die USA damals vor einem "Spiel mit dem Feuer". Peking sei gegen jeden offiziellen Austausch zwischen den USA und Taiwan, "egal unter welchem Vorwand", erklärte das chinesische Außenministerium.

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