Aktivisten fordern wegen Affäre um Journalistinnen-Mord Muscats Rücktritt

Demonstranten blockieren in Malta Zugang zum Amtssitz des Regierungschefs

Valletta (AFP) - Rund 30 Demonstranten haben am Montag den Zugang zum Büro von Maltas Regierungschef Joseph Muscat blockiert. Unter lauten Rufen forderten sie den sofortigen Rücktritt des Ministerpräsidenten. Kritiker beschuldigen Muscat, seinen im Rahmen der Ermittlungen zur Ermordung der Journalistin Daphne Caruana Galizia verdächtigten Kabinettschef Keith Schembri geschützt zu haben.
Die Journalistin Caruana Galizia wurde 2017 ermordet Bild anzeigen
Die Journalistin Caruana Galizia wurde 2017 ermordet © AFP

Die Demonstranten waren am frühen Morgen durch einen Seiteneingang in das Hauptregierungsgebäude eingedrungen und besetzten anschließend den Zugang zu Muscats Büro. Viele sorgten mit Trillerpfeifen und Trommeln für Aufmerksamkeit.

Journalisten, die vor Ort über den Protest berichten wollten, wurden aus dem Flur, der zu dem Bürozugang führt, gedrängt. Soldaten schlossen die Demonstranten vorübergehend ein. Später verließen die Protestteilnehmer das Gebäude durch den Seiteneingang und gesellten sich zu weiteren Demonstranten, die vor dem Amtssitz gegen Muscat protestierten.

Wegen der Affäre um den Mordfall an der Journalistin Caruana Galizia kündigte der Regierungschef seinen Rücktritt zum 12. Januar an. Neben Kabinettschef Schembri ist wegen des Skandals auch Tourismusminister Konrad Mizzi zurückgetreten.

Die 53-jährige Caruana Galizia war am 16. Oktober 2017 bei einem Bombenanschlag auf ihr Auto getötet worden. Sie hatte regelmäßig über Korruption, Geldwäsche und andere illegale Geschäfte in Malta berichtet. Verwickelt waren nach ihren Recherchen auch Mitglieder der Regierung.

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