Studenten in Québec sollen 75 Prozent mehr zahlen

Demonstration in Montréal gegen höhere Studiengebühren

Montréal (AFP) - Zehntausende Studenten haben in Montréal gegen eine geplante massive Erhöhung der Studiengebühren in der kanadischen Provinz Québec protestiert. Sie riefen "Wir wollen studieren, nicht uns verschulden" und legten das Leben im Zentrum der Stadt lahm. Seit Mitte Februar boykottieren rund 300.000 Studenten den Hochschulunterricht in Québec, um gegen die geplante Anhebung der Studiengebühren um 75 Prozent in den kommenden fünf Jahren zu protestieren.
Demonstration in Montréal Bild anzeigen
Demonstration in Montréal © AFP

Die Studiengebühren liegen im mehrheitlich französischsprachigen Québec mit derzeit umgerechnet knapp 1700 Euro pro Jahr noch deutlich niedriger als in anderen kanadischen Provinzen und in den USA. Auch bei dem geplanten Anstieg um rund 1200 Euro lägen die Studiengebühren deutlich unter denen in der Nachbarprovinz Ontario, wo sie rund 5000 Euro betragen und damit mehr als in jeder anderen kanadischen Provinz.

Die Regierung von Québec verteidigt die Erhöhung der Studiengebühren als unumgänglich. Um das Haushaltsdefizit in den Griff zu bekommen, müssten staatliche Mittel für die Bildung gekürzt werden. Der protestierende Student Marc-André Levesque sagte aber, die Erhöhung falle zu hoch aus und komme zu schnell.

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