OECD beurteilt deutsches Berufsbildungssystem positiv

Deutsche Bildungsausgaben vergleichsweise gering

Berlin (AFP) - Deutschland schneidet bei der Zahl der Hochschulabsolventen und bei den Bildungsausgaben im internationalen Vergleich weiter schlecht ab. Das geht aus der in Berlin vorgestellten OECD-Studie "Bildung auf einen Blick" hervor. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) bewertete die berufliche Bildung positiv, forderte aber eine bessere Förderung von Risikoschülern.
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Studenten im Hörsaal © AFP

Die Zahl der Hoch- und Fachhochschulabsolventen wuchs der Studie zufolge zwischen 2000 und 2008 zwar um mehr als ein Drittel auf 260.000 pro Jahr. Ihr Anteil an einem Jahrgang stieg dadurch von 18 auf 25 Prozent. Im OECD-Mittel wuchs der Anteil der Hochqualifizierten dagegen im gleichen Zeitraum von 28 auf 38 Prozent. Allerdings stieg die Zahl der Studienanfänger in den vergangenen Jahren in Deutschland ebenfalls an, weshalb die Akademikerzahl weiter wachsen dürfte. Im Wintersemester 2009/2010 nahmen laut Bundesbildungsministerium 43 Prozent eines Jahrgangs ein Studium auf.

Ein Studium zahlt sich auch finanziell aus. In allen Ländern verdienen Hochschulabsolventen deutlich mehr als Erwerbstätige mit Berufsausbildung. In Deutschland liegt der Einkommensunterschied bei rund 75 Prozent. Zudem ist das Risiko von Arbeitslosigkeit bei einem Hochschulabschluss deutlich geringer. Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass Bund und Länder im Rahmen des Hochschulpakts seit 2007 eine Milliarde Euro investiert hätten, damit 90.000 junge Menschen zusätzlich ein Studium aufnehmen können. Bis 2015 sollten für weitere 270.000 Studienanfänger noch einmal 3,6 Milliarden Euro aufgebracht werden.

Die Bildungsausgaben sind in Deutschland im internationalen Vergleich niedrig. Die gesamten öffentlichen und privaten Ausgaben für Bildungseinrichtungen lagen laut OECD in Deutschland im Jahr 2007 bei 4,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Unter den OECD-Ländern, für die entsprechende Zahlen vorlagen, gaben nur die Slowakei, Tschechien und Italien einen geringeren Anteil der Wirtschaftsleistung für Bildung aus.

Die OECD lobte in ihrer Studie grundsätzlich das deutsche Berufsbildungssystem. Als positiv wertete die Organisation unter anderem die Verbindung von Lernen im Betrieb und in der Schule, das große Engagement der Sozialpartner und das hohe Ansehen des Systems in der Gesellschaft. Die Bildungsexperten mahnten allerdings, Risikoschüler noch besser zu fördern.

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