Erste Hinrichtung seit Mitte 2010
Drei verurteilte Mörder in Japan gehängt
Tokio (AFP) - In Japan sind drei verurteilte Mehrfach-Mörder gehängt worden. "Ich habe meine Pflicht als Justizminister erfüllt wie es das Gesetz vorsieht", sagte Justizminister Toshio Ogawa vor Journalisten nach der Bekanntgabe der Hinrichtungen. Es waren die ersten Exekutionen in Japan seit Mitte 2010. Unter der im September 2009 an die Macht gekommenen linksgerichteten Demokratischen Partei war es das zweite Mal. Nach Angaben Ogawas gibt es jetzt noch 132 Todeskandidaten in Japans Gefängnissen, darunter der Drahtzieher der Gas-Anschlage auf die U-Bahn in Tokio 1995.
Justizminister Toshio Ogawa
© AFP
Im Juli 2010 hatte die damalige Justizministerin Keiko Chiba trotz ihrer langjährigen Ablehnung der Höchststrafe ein Todesurteil vollstrecken lassen. Chiba war selbst als Zuschauerin bei der Hinrichtung dabei und genehmigte anschließend Medienvertretern, die Todeskammer zu besichtigen. Damit wollte sie die Debatte über die Todesstrafe anheizen. Japan ist neben den USA der einzige große Industriestaat, in dem die Höchststrafe noch existiert. Meist wird sie in dem ostasiatischen Land bei Mehrfachmorden verhängt. 2011 war das erste Jahr seit fast zwei Jahrzehnten, in dem keine Hinrichtungen vorgenommen wurden.
Artikel vom 29.03.2012
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