Verhandlungen mit Juntaführer Indjai gescheitert

ECOWAS: Sanktionen gegen Militärjunta in Guinea-Bissau

Banjul (AFP) - Die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) hat Sanktionen gegen die Militärjunta im westafrikanischen Guinea-Bissau verhängt. Die "diplomatischen, wirtschaftlichen und finanziellen" Strafmaßnahmen sei beschlossen worden, da bei den mehr als zwölfstündigen Verhandlungen mit Juntaführer Antonio Indjai keine Einigung gelungen sei, hieß es in einer ECOWAS-Erklärung. Details zu den verhängten Sanktionen wurden zunächst nicht bekannt.
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Juntaführer Antonio Indjai (l.) © AFP

Bereits zu Beginn der Verhandlungen in der gambischen Hauptstadt Banjul hatte Gambias Präsident Yahya Jammeh gewarnt, die Geduld der ECOWAS gehe zu Ende. Die Staatschefs der ECOWAS-Staaten hatten am Donnerstag bei einem Treffen in Abidjan die Entsendung von Truppen nach Guinea-Bissau beschlossen, um die Übergangsperiode zu überwachen. Sie gaben dabei der Militärjunta in Bissau 72 Stunden Zeit, um ihren Forderungen nach einer Rückkehr zur verfassungsmäßigen Ordnung zu entsprechen. Andernfalls drohten sie mit der Verhängung von Sanktionen gegen die Führung und das Land.

Am Freitag hatten die Putschisten zunächst in die Forderungen eingewilligt. Am Abend ließen sie zudem den seit dem Putsch am 12. April inhaftierten Übergangspräsidenten Raimundo Pereira und den Ex-Regierungschef Carlos Gomes Junior in die Elfenbeinküste ausreisen. Nach dem Willen der ECOWAS sollte Pereira wieder als Übergangspräsident eingesetzt werden. Dies lehnte der Juntaführer Indjai bei den Verhandlungen aber ab.

Wie die Nachrichtenagentur AFP aus Militärkreisen erfuhr, verzögerte sich die Ankunft der ersten ECOWAS-Truppen in Guinea-Bissau. Die ECOWAS will 500 bis 600 Soldaten entsenden, um eine umstrittene angolanische Friedenstruppe abzulösen, die bisher in dem westafrikanischen Staat stationiert ist. Die frühere portugiesische Kolonie wird seit ihrer Unabhängigkeit 1974 regelmäßig von Putschen, Putschversuchen und politischen Morden erschüttert.

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