EU-Kommission will sich künftig mit japanischen Testergebnissen begnügen

EU-Parlament dringt auf Kontrollen von Lebensmitteln aus Fukushima

Straßburg (AFP) - Das Europaparlament hat sich gegen eine Lockerung der Kontrollen von Lebensmitteln aus der Region um das japanische Atomkraftwerk Fukushima ausgesprochen. Die Volksvertretung lehnte am Mittwoch einen entsprechenden Vorschlag der EU-Kommission mit sehr großer Mehrheit ab.
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Das Atomkraftwerk im japanischen Fukushima © AFP

Nach dem Willen der Kommission soll die EU künftig auf eigene Kontrollen - etwa von Reis oder bestimmten Fischen oder Meeresfrüchten - aus der fraglichen Region verzichten. Stattdessen sollen sich die Behörden in den EU-Staaten künftig auf die japanischen Testergebnisse verlassen.

Bisher werden Lebensmittel aus Gebieten, die bei der Katastrophe im Akw Fukushima im Frühjahr 2011 verstrahlt wurden, sowohl von den zuständigen elf japanischen Präfekturen kontrolliert als auch von Behörden der EU-Staaten.

Einem Sprecher des Parlaments zufolge basiert der Kommissionsvorschlag auf einer detaillierten Analyse der japanischen Kontrollen der Jahre 2014 bis 2016. Dabei wurden der Kommission zufolge keine Abweichungen von den Ergebnissen der europäischen Kontrollen festgestellt. Die Kommission habe dem Parlament aber die Ergebnisse der Tests nicht übermittelt.

Die EU-Kommission ist nicht verpflichtet, der Forderung der Europaparlaments nachzukommen und ihren Vorschlag zurückzuziehen. Das letzte Wort haben in der Frage die zuständigen Minister der EU-Staaten.

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