CSU-Politiker: "Teilweise Entfremdung" zwischen Berlin und Paris

EVP-Fraktionschef Weber kritisiert Frankreichs Präsident Macron

München (AFP) - Der EVP-Fraktionsvorsitzende Manfred Weber hat eine "teilweise Entfremdung" zwischen Deutschland und Frankreich konstatiert - und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron eine Verantwortung dafür gegeben. "Wenn ich sehe, wie ein Emmanuel Macron Politik betreibt: erst mal ein politisches Erdbeben auslösen, in der Hoffnung, dass daraus etwas Neues entsteht", sagte Weber der "Süddeutschen Zeitung" (Mittwochsausgabe).
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Manfred Weber © AFP

Weber war ursprünglich für den Posten des neuen Kommissionspräsidenten gehandelt worden. Dies hatte Macron jedoch mit seiner Blockade bei der Nominierung durch die Staats- und Regierungschefs maßgeblich verhindert.

Im Gegensatz zum Politikstil Macrons bewertete Weber die Arbeitsweise von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) positiv: "zuhören, miteinander reden, sorgsam den nächsten Schritt gehen" - danach werde man sich nach dem Ende von Merkels Kanzlerschaft schneller gedacht als zurücksehnen, sagte der CSU-Politiker der "Süddeutschen Zeitung". Zugleich sagte Weber, er wünsche sich, dass Merkel während ihrer Kanzlerschaft "Europa noch stärker zu ihrem Projekt macht".

Weber kritisierte, dass den Staats- und Regierungschefs der EU der Mut fehle, eine gemeinsame europäische Armee aufzustellen. Es sei eine historische Aufgabe, Europa außen- und sicherheitspolitisch handlungsfähig zu machen. "Wir Deutsche sind wegen unserer Geschichte militärisch zurückhaltend, zu Recht", sagte Weber, fügte aber hinzu: "Die Kriege kommen näher."

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