Reformen sieht mehr finanzielle Transparenz im Vatikan vor

Entwurf für neue Verfassung der römischen Kurie ausgearbeitet

Vatikanstadt (AFP) - Der Vatikan hat den Entwurf für eine neue Verfassung der Kurie vorgelegt. Die vor fünf Jahren von Papst Franziskus in Auftrag gegebene neue Gesetzesgrundlage für die Regierung der Kirche sieht unter anderem mehr finanzielle Transparenz der Kirchenbehörden vor, teilte der Heilige Stuhl am Mittwoch mit. Der Entwurf soll zunächst in Bischofskonferenzen diskutiert werden. Ein Zeitpunkt für das Inkrafttreten der Verfassungsreform wurde dagegen nicht genannt.
Neue Regeln für die Kurie Bild anzeigen
Neue Regeln für die Kurie © AFP

Die neue Gesetzesgrundlage für die Kurie trägt demnach den Titel "Praedicate Evangelium" und soll die 30 Jahre alte bisherige Verfassung ersetzen. Verfasser des Entwurfs ist der C9-Kardinalsrat, der Papst Franziskus bei der Leitung der Weltkirche und bei der Kurienreform berät. In dem Entwurf werden die Ministerin des Vatikans (Dikasterien) zu mehr Transparenz in Finanzangelegenheiten verpflichtet.

Die Reform werde "das Gesicht der Kirche nicht verändern", hieß es aus dem Kardinalsrat. Allerdings müssten die Dikasterien künftig "zeigen, was sie haben". Die neue Verfassung stelle dabei nur den Anfang eines längeren Prozesses dar. Darüber hinaus sieht der Entwurf vor, dass der Kardinalsrat zu einer dauerhaften Institution erhoben wird.

Dem neunköpfigen Gremium hatte bis vor einem Jahr auch Vatikan-Finanzchef George Pell angehört, dem in Australien wegen Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs der Prozess gemacht wird. Auch der chilenische Kardinal Javier Errázuriz, der wegen des Schweigens im Missbrauchsskandal in seinem Land in der Kritik steht, gehört dem Rat an.

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