Ex-Ministerpräsident gründete im Dezember eigene Partei

Erdogan lässt von Davutoglu unterstützte Privat-Universität in Istanbul schließen

Istanbul (AFP) - Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat die Schließung einer von Ex-Ministerpräsident Ahmet Davutoglu unterstützten Privat-Universität in Istanbul angeordnet. Der Sehir-Universität wurde "die Erlaubnis zur Durchführung jeglicher Aktivitäten entzogen", hieß es in einem am Dienstag veröffentlichten Dekret. Davutoglu gilt als Rivale Erdogans, nachdem dieser im September aus der Regierungspartei ausgetreten war und im Dezember seine eigene "Zukunftspartei" gegründet hatte.
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Recep Tayyip Erdogan © AFP

Die private Universität wurde 2008 von der Stiftung für Wissenschaften und Künste (BISAV) ins Leben gerufen, zu deren Gründern der ehemalige Regierungschef Davutoglu gehört. Die Universität galt als beliebt bei der modernen, konservativen Elite.

Nach einem Gerichtsstreit war bereits das Vermögen der Universität Ende vergangenen Jahres eingefroren worden. Daraufhin ging die Kontrolle über die Universität von der Stiftung an die Marmara-Universität über. Im Januar übernahm der Staat schließlich selbst die Kontrolle über die BISAV.

Experten vermuten, Davutoglus Partei wolle Wähler von Erdogans AKP abwerben. Davutoglu war im Mai 2016 als Ministerpräsident zurückgetreten. Zuvor hatte er das Amt des Außenministers inne.

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