Parteisprecher: "Das Kapitel Strache ist endgültig geschlossen"

FPÖ schließt ihren ehemaligen Vorsitzenden Strache aus der Partei aus

Wien (AFP) - In Österreich hat die rechtspopulistische FPÖ ihren ehemaligen Vorsitzenden Heinz-Christian Strache aus der Partei ausgeschlossen. Die Entscheidung gab die Partei am Freitag auf einer Pressekonferenz in Wien bekannt. "Das Kapitel Strache ist endgültig geschlossen", sagte der Wiener FPÖ-Chef Dominik Nepp. Der frühere Vizekanzler Strache, der im Mittelpunkt der "Ibiza-Affäre" um illegale Parteispenden stand, hatte Anfang Oktober seinen Rückzug aus der Politik angekündigt.
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Heinz-Christian Strache © AFP

Mehrere FPÖ-Politiker forderten zuvor bereits die Aussetzung seiner Parteimitgliedschaft. Strache war 14 Jahre lang Chef der rechtspopulistischen Partei. Die "Ibiza-Affäre" hatte im Mai ein politisches Erdbeben in Österreich ausgelöst, zum Bruch der Regierungskoalition und zu vorgezogenen Neuwahlen Ende September geführt.

Hintergrund war ein heimlich auf Ibiza gedrehtes Enthüllungsvideo, das zeigt, wie Strache vor der Parlamentswahl 2017 einer vermeintlichen russischen Oligarchen-Nichte im Gegenzug für Wahlkampfhilfe Staatsaufträge in Aussicht stellt.

Anfang September wurden zudem Vorwürfe wegen der Veruntreuung von Parteigeldern gegen Strache laut. Die österreichische Staatsanwaltschaft bestätigte kurz darauf, Ermittlungen in dem Fall eingeleitet zu haben. Die Ermittler warfen Strache vor, Spesen falsch abgerechnet zu haben. Strache wies diese Vorwürfe zurück.

Strache hat inzwischen aber angedeutet, dass er sich entgegen früherer Ankündigungen nicht aus der Politik zurückziehen wird. Drei Verbündete Straches gründeten diese Woche eine neue politische Gruppierung.

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