Hunderte demonstrieren in Minsk gegen Lukaschenko

Fast hundert Menschen bei neuen Frauenprotesten in Belarus festgenommen

Minsk (AFP) - Bei neuen Frauenprotesten gegen den belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko haben Polizisten am Samstag fast hundert Menschen festgenommen. In der Hauptstadt Minsk, in Brest und in anderen Städten des Landes seien mindestens 95 Menschen festgenommen worden, die meisten von ihnen Frauen, erklärte die Menschenrechtsorganisation Wiasna. Auch Journalisten, die über die Proteste berichteten, seien festgenommen worden.
Festnahme einer Demonstrantin in Minsk Bild anzeigen
Festnahme einer Demonstrantin in Minsk © AFP

An den Protestzügen in der Hauptstadt Minsk beteiligten sich mehrere hundert Menschen. Einige Demonstrantinnen hielten Bilder von Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja hoch und riefen "Sweta Präsidentin".

Die Opposition in Belarus wirft der Regierung massiven Betrug bei der Präsidentschaftswahl vom 9. August vor, die Amtsinhaber Lukaschenko nach offiziellen Angaben mit 80 Prozent der Stimmen gegen Tichanowskaja gewonnen haben soll. Seit der Wahl gibt es heftige Proteste gegen den seit 26 Jahren autoritär regierenden Präsidenten. Die Sicherheitskräfte gehen immer wieder gewaltsam gegen die Demonstranten vor.

Auch am Samstag waren in Minsk wieder Spezialeinheiten der Polizei im Einsatz. Die Uniformierten mit schwarzen Sturmhauben nahmen friedliche Demonstranten fest. Neben Frauen und Journalisten seien auch Musiker, die ein Lied der Protestbewegung gespielt hätten, festgenommen worden, erklärte Wiasna.

Auch für Sonntag hat die Opposition wieder zu Massenprotesten in Minsk und anderen Städten des Landes aufgerufen.

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