Die Selbstanzündungen am Sonntag, bei denen einer der Mönche starb, waren in Lhasa der erste sichtbare Protest gegen die Tibet-Politik Chinas seit der blutigen Niederschlagung der Demonstrationen durch chinesische Sicherheitskräfte im Jahr 2008. Rund 600 Tibeter wurden nach dem Protest vom Sonntag festgenommen, wie Radio Free Asia berichtete. Festgenommene ohne Wohnsitz in der autonomen Region wurden demnach ausgewiesen.
Die in London ansässige Organisation Free Tibet erklärte, sie habe von Einwohnern aus Lhasa Berichte über willkürliche Festnahmen erhalten. Bewohner schilderten zudem, dass die Sicherheitsvorkehrungen von chinesischer Seite drastisch verschärft worden seien. In der Stadt seien mehr Polizisten und Paramilitärs präsent als üblich. Ein Einwohner sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Polizei führe Personenkontrollen durch. Zudem sei das Handynetz gestört.
Selbstanzündungen sind ein symbolischer Protest gegen die chinesische Herrschaft. Innerhalb eines Jahres zündeten sich insgesamt mehr als 30 Tibeter selbst an, darunter zahlreiche buddhistische Mönche. Im Südwesten Chinas starb laut Radio Free Asia zuletzt am Mittwoch eine dreifache Mutter, nachdem sie sich vor einem buddhistischen Kloster in Brand gesetzt hatte.
China hält Tibet seit dem Jahr 1951 besetzt und kontrolliert die autonome Region sowie die anliegenden Provinzen, in denen ebenfalls zahlreiche Tibeter leben, mit harter Hand. Die Tibeter klagen seit Jahrzehnten über soziale und religiöse Diskriminierung. Ihr geistliches Oberhaupt, der Dalai Lama, wirft der chinesischen Regierung "kulturellen Völkermord" vor. Peking seinerseits beschuldigt ihn, nach der Loslösung Tibets von China zu streben.
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