Admiral Kusnezow seit zwei Jahren in Reparatur - Zehn Verletzte

Feuerwehr kämpft weiter gegen Großbrand auf Russlands einzigem Flugzeugträger

Moskau (AFP) - Auf Russlands einzigem Flugzeugträger Admiral Kusnezow ist am Donnerstag ein Großfeuer ausgebrochen. Nach Angaben der Marine hielten die Löscharbeiten auch Stunden nach dem Ausbruch des Feuers noch an. Der Brandherd sei inzwischen aber lokalisiert worden. Mehrere der auf dem Flaggschiff der russischen Marine stationierten Soldaten erlitten demnach Rauchvergiftungen. Das Kriegsschiff aus Sowjetzeiten wird seit mehr als zwei Jahren im Hafen von Murmansk an der Barentssee repariert.
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Admiral Kusnezow © AFP

Russische Nachrichtenagenturen berichteten unter Berufung auf die Werft Swesdotschka, der Brand sei bei Schweißarbeiten im Maschinenraum ausgebrochen. Das Feuer breitete sich demnach auf einer Fläche von rund 600 Quadratmetern aus. Die Nachrichtenagentur Interfax zitierte eine Quelle, wonach die Situation "sehr ernst" sei.

Die Informationsministerin der Region Murmansk, Alexandra Kondaurowa, sagte der Nachrichtenagentur AFP, zehn Verletzte seien ins Krankenhaus gebracht worden. Einer von ihnen sei sehr schwer verletzt. Nachrichtenagenturen berichteten unter Berufung auf die Marine, dass keiner der Verletzten in Lebensgefahr sei. Zuvor war von insgesamt mehr als zehn Verletzten, davon sechs Schwerverletzten, die Rede gewesen.

Den Berichten zufolge befanden sich mehr als 400 Menschen an Bord, als das Feuer ausbrach. Das russische Schiffsbauunternehmen USC teilte mit, alle Arbeiter seien in Sicherheit gebracht worden.

Das russische Industrieministerium kündigte auf Anfrage an, es werde Untersuchungen zur Unfallursache und Schadenseinschätzung einleiten, sobald das Feuer gelöscht ist.

Die Admiral Kusnezow gilt als Flaggschiff der russischen Marine. Das 1985 gebaute, aber erst zehn Jahre später offiziell in Betrieb genommene Schiff befindet sich seit 2017 für Reparaturarbeiten in der Werft in Murmansk. Es soll 2021 wieder in Betrieb genommen werden. Die Kosten der Reparatur belaufen sich auf 880 Millionen Euro.

Der Brand am Donnerstag ist nur einer von mehreren Zwischenfällen auf dem in die Jahre gekommenen Kriegsschiff: 2018 stürzte ein Kran auf das Schiffsdeck, tötete einen Arbeiter und hinterließ große Schäden. Das Unglück ließ Zweifel aufkommen, dass das Schiff zum geplanten Zeitpunkt fertig wird. 2009 starb ein Seemann nach einem Brand an Bord - ausgelöst durch einen Kurzschluss.

Zuletzt wurde die Admiral Kusnezow 2016 und 2017 im Mittelmeer eingesetzt, um Ziele in Syrien zu erreichen. Seit Jahren gibt es in Russland Debatten über den Bau eines zweiten Flugzeugträgers, der jedoch aus finanziellen Gründen immer wieder verschoben wird.

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