Bei der Studie handelt es sich den Forschern zufolge um die erste systematische Analyse von Geschichts- und Politiklehrbüchern aus Deutschland, Österreich, Frankreich, Spanien und England zur Darstellung des Islam. In den Büchern werde ein Gegensatz konstruiert zwischen einem modernen Europa und einer muslimischen Welt, die in "kulturellem Stillstand" verharre, kritisierten die Autoren. Dadurch trügen die Lehrmaterialien dazu bei, die Gräben zu vertiefen.
Die in den Schulbüchern enthaltenen "vereinfachenden Darstellungen des Islam" stünden einem "glaubwürdigen interkulturellen Dialog mit der muslimisch geprägten Welt im Weg", sagte Außenstaatsministerin Cornelia Pieper (FDP) bei der Vorstellung in Berlin. Institutsdirektorin Simone Lässig beklagte "eingefahrene Wahrnehmungsweisen", die "durch Schulbücher oft über Generationen hinweg unreflektiert weitergetragen" würden. Die Bücher seien nicht geeignet, populistische antiislamische Argumente zu entkräften.
Mitautorin Susanne Kröhnert-Othman schlug insbesondere eine Neubarbeitung der Kapitel zur Migration vor: "Hier sollte vermieden werden, Muslime als Sondergruppe außereuropäischer Zuwanderer zu präsentieren, deren mitgebrachte Traditionen per se eine Integration in europäische Einwanderungsgesellschaften verhindern."
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