Döring: Auf "entscheidende Fragen" konzentrieren

Für FDP sind Frauenquote und Mindestlohn kein Thema mehr

Leipzig/Passau (AFP) - Die Themen Pkw-Maut, Mindestlohn und Frauenquote stehen nach Ansicht der FDP nach dem Koalitionsgipfel im Kanzleramt nicht mehr auf der Agenda von Schwarz-Gelb. Das Ansehen der Koalition leide stark, wenn "einzelne Teile" die Bürger immer wieder "mit streitig bleibenden Themen" plagten, sagte FDP-Generalsekretär Patrick Döring der "Leipziger Volkszeitung". Die Koalition müsse sich auf die Punkte konzentrieren, in denen sie einig sei. Bei den entscheidenden Fragen der Energiewende und Zukunft Europas etwa herrsche "große Geschlossenheit".
Für FDP sind Frauenquote und Mindestlohn kein Thema mehr Bild anzeigen Für FDP sind Frauenquote und Mindestlohn kein Thema mehr © AFP

FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle wandte sich erneut gegen eine Finanztransaktionssteuer, welche die SPD im Gegenzug zu ihrer Zustimmung zum europäischen Fiskalpakt in Bundestag und Bundesrat fordert. Eine solche Abgabe sei eine "Scheinlösung", die nicht den Finanzsektor, sondern jeden Einzelnen träfe, weil sie ähnlich wie eine Mehrwertsteuer wirke, sagte Brüderle der "Passauer Neuen Presse". Die FDP setze sich deshalb für eine Börsenumsatzsteuer nach britischem Vorbild ein, die hochriskante Derivate einschließe.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Wochenende die Bereitschaft angedeutet, eine Finanztransaktionssteuer angesichts des Widerstands auch anderer EU-Staaten zunächst nur gemeinsam mit wenigen Ländern anzustreben. Für die Verabschiedung des Fiskalpakts ist in Bundestag und Bundesrat eine Zweidrittel-Mehrheit notwendig, die Kanzlerin benötigt deshalb Stimmen der Opposition.

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