Ärzte: Drei regierungskritische Demonstranten getötet

Gambische Regierung verbietet Protestbewegung

Banjul (AFP) - Die Regierung im westafrikanischen Gambia hat eine regierungskritische Protestbewegung verboten. Die Organisation Three Years Jotna sei eine "staatsgefährdende, gewalttätige und illegale Bewegung", die "auf illegale Weise den verfassungsmäßig gewählten Präsidenten stürzen" wolle, erklärte Regierungssprecher Ebrima Sankareh am Sonntag. Wenige Stunden vor der Entscheidung waren nach Angaben von Ärzten bei Protesten in der Hauptstadt Banjul drei Demonstranten getötet worden.
Regierungskritische Demonstration in Banjul Bild anzeigen
Regierungskritische Demonstration in Banjul © AFP

Seit Wochen gehen in Gambia Menschen auf die Straße, um die Absetzung des seit 2017 regierenden Staatschefs Adama Barrow zu fordern. Am Sonntag kam es in Banjul zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften. Die Polizei setzte Tränengas gegen hunderte Protestteilnehmer ein, wie ein AFP-Korrespondent beobachtete. Als Reaktion warfen die Demonstranten Steine und setzten Reifen in Brand.

Nach Angaben des örtlichen Klinikdirektors Kebba Manneh wurden drei Demonstranten getötet. Laut dem Roten Kreuz gab es zudem 28 Verletzte. Die Regierung bestritt, dass Demonstranten getötet wurden.

Nach Regierungsangaben wurden 137 Menschen festgenommen. Darunter war einem AFP-Journalisten zufolge auch der Chef der Protestbewegung, Abdou Njie. Nach Angaben des Radiosenders King FM und des gambischen Journalistenverbandes waren unter den Festgenommenen auch mehrere Radiojournalisten, denen unter anderem Anstiftung zur Gewalt vorgeworfen wurde.

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