Mit der Schweigeminute solle demonstriert werden, "dass Fremdenhass, Rassismus und Antisemitismus in Deutschland nicht geduldet werden", erklärte Sommer. Auch die IG Metall rief zur Beteiligung an der Aktion auf, die der DGB Anfang Februar gemeinsam mit dem Arbeitgeberverband BDA initiiert hatte.
Auf der Gedenkfeier im Berliner Konzerthaus wird Merkel die Ansprache halten, nachdem Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) die Regierungschefin darum gebeten hatte. Seehofer ist als Bundesratspräsident amtierendes Staatsoberhaupt, eigentlich hätte er deswegen nach dem Rücktritt von Wulff das Rederecht gehabt. Seehofers Wunsch komme Merkel "gerne und mit Überzeugung nach", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert.
An der Gedenkfeier in Berlin wird auch Präsidentschaftskandidat Joachim Gauck teilnehmen. Gauck werde als Bürger zu der Veranstaltung kommen und auch nicht in der ersten Reihe sitzen, sagte sein Sprecher Andreas Schulze AFP. Der frühere DDR-Bürgerrechtler und Stasiakten-Beauftragte hatte dem Sprecher zufolge schon vor längerer Zeit eine Einladung zu der Gedenkstunde erhalten, für den Donnerstag aber zunächst einen anderen Termin gehabt. Nach seiner Nominierung durch Union, FDP, SPD und Grünen am Sonntag entschied er sich dann für die Gedenkfeier.
"Wir sind zutiefst erschüttert, dass eine Gruppe rechtsextremistischer Gewalttäter lange Zeit eine Serie von Morden an Mitbürgern ausländischer Herkunft sowie einer Polizistin verüben konnte", erklärte CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe. Die Bundesgeschäftsführerin der Grünen, Steffi Lemke, schrieb: "Unsere Trauer und unser Mitgefühl sind bei den Angehörigen und Freunden der Opfer."
Die Ombudsfrau der Bundesregierung für die Neonazi-Opfer, Barbara John, forderte die Einrichtung weiterer Anlaufstellen für Betroffene in den Ländern. Die Erfahrung mit den Angehörigen der Opfer der Mordserie habe gezeigt, dass vor allem im Westen Deutschlands diese Ansprechstellen dringend benötigt würden, sagte sie dem "Tagesspiegel".
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