Ministerin äußert sich zehn Jahre nach Aufdeckung des Kirchenskandals

Giffey fordert mehr Anstrengungen gegen sexuellen Kindesmissbrauch

Hannover (AFP) - Zehn Jahre nach Bekanntwerden des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche in Deutschland fordert Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) mehr Einsatz, um solche Taten zu verhindern. "Ob in Schulen, Kitas, Kirchgemeinden oder Sportvereinen - wir müssen überall den bestmöglichen Schutz von Kindern ermöglichen und unsere Anstrengungen weiter intensivieren", sagte sie den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland vom Montag. "Denn die Zahlen sind nach wie vor erschreckend hoch."
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Ministerin Giffey © AFP

Experten der Weltgesundheitsorganisation gehen nach Giffeys Worten davon aus, dass eine Million Kinder in Deutschland Missbrauch erlebt haben oder erleben. "Das sind pro Schulklasse ein bis zwei betroffene Kinder", sagte die Ministerin. "Wir dürfen und werden das nicht hinnehmen."

Alle Bürgerinnen und Bürger seien gefordert, betonte Giffey. "Wir sehen bei Missbrauchsfällen im Nachhinein oft, dass immer noch viel zu häufig unklar ist, wie man in einer solchen Situation helfen kann oder dass sogar weggeschaut wird, wenn ein Verdacht im Raum steht." Sie wolle Menschen "ermutigen zu handeln, wenn sie sich um ein Kind sorgen".

Vor zehn Jahren hatte der Rektor des Berliner Canisius-Kollegs ehemalige Schüler über Missbrauchsfälle an der Jesuitenschule informiert. In der Folgezeit offenbarten sich in ganz Deutschland Missbrauchsopfer der katholischen Kirche. Der Skandal stürzte die größte Religionsgemeinschaft hierzulande in eine anhaltende Vertrauenskrise.

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