Literaturnobelpreisträger: Verständnis für Griechen

Grass verurteilt in Gedicht Umgang mit Griechenland

Berlin (AFP) - Nach seinem umstrittenen israel-kritischen Gedicht hat sich Literaturnobelpreisträger Günter Grass in einem neuen Poem zur europäischen Griechenland-Politik geäußert. In dem Gedicht "Europas Schande" beklagt Grass die desolate Lage des Krisenstaates - "dem Chaos nah, weil dem Markt nicht gerecht" -, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtete, die den Text vollständig abdruckte.
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Günter Grass © AFP

Demnach klagt der Schriftsteller, Europa stelle das Land, in dem die europäische Idee einst geboren wurde, "als Schuldner nackt an den Pranger", beraube es seiner Rechte und verurteile es zu Armut. Zugleich zeige Grass Verständnis für die Wut der Griechen.

Grass hatte mit einem im April veröffentlichten israel-kritischen Gedicht eine heftige Debatte ausgelöst. In dem Gedicht "Was gesagt werden muss" warf Grass Israel vor, mit seiner Iran-Politik den Weltfrieden zu gefährden. Insbesondere kritisierte er, dass sich die Atommacht Israel das Recht auf einen Präventivschlag vorbehalte, um zu verhindern, dass der Iran selbst an Atomwaffen gelangt. Israel verbot Grass wegen des Gedichts die Einreise.

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