Das "Behandlungsregime der deutschen Ärzte" aus der Berliner Klinik Charité werde umgesetzt, und Timoschenko gehe es "den Umständen entsprechend gut", sagte Schulz, der die Ex-Regierungschefin zusammen mit seiner Partei- und Abgeordnetenkollegin Rebecca Harms besuchte. "Das Vertrauen in die ukrainischen Ärzte ist aber nach wie vor nicht da", fügte er hinzu. So lasse sich Timoschenko von diesen "weiterhin kein Blut abnehmen und keine Injektionen geben".
Timoschenko sei "eine aufrechte und tapfere Frau", sagte Schulz. Sie kämpfe "mit der Kraft der Klitschko-Brüder nicht nur für sich". "Ihr ist bewusst, dass sie für die demokratische Entwicklung der Ukraine kämpft", sagte Schulz. "Ihr persönliches Schicksal ist für sie nicht entscheidend, sondern die Zukunft ihres Landes", ergänzte er. Schulz erinnerte zudem daran, dass Timoschenkos Fall angesichts zahlreicher weiterer inhaftierter Oppositionsvertreter in der Ukraine "nur die Spitze der Ungerechtigkeit" sei.
Schulz und Harms waren bereits am Mittwoch in die Ukraine gereist, konnten Timoschenko aber nicht mehr besuchen, weil ihr Flugzeug nach einem Blitzschlag zunächst nach Deutschland zurückkehren musste. Sie kamen aber rechtzeitig zum Europameisterschaftsspiel Deutschlands gegen die Niederlande im ostukrainischen Charkiw an, wo Timoschenko inhaftiert ist. Während des Spiels machten die Politiker mit Transparenten auf Timoschenkos Fall aufmerksam.
Timoschenko verbüßt seit Oktober eine siebenjährige Haftstrafe wegen Amtsmissbrauchs. Sie soll als Regierungschefin ein für die Ukraine unvorteilhaftes Gasgeschäft mit Russland abgeschlossen haben. Der Westen sieht ihre Haftstrafe als politisch motiviert an. Timoschenko wird derzeit wegen mehrerer Bandscheibenvorfälle behandelt.
Noch keine Kommentare vorhanden