Maduro-Regierung verurteilt Vorgang als "gewaltsamen Überfall"

Guaidó-Anhänger besetzen venezolanische Botschaft in Brasiliens Hauptstadt

Brasília (AFP) - Anhänger des venezolanischen Oppositionsführers Juan Guaidó haben am Mittwoch einen Teil der venezolanischen Botschaft in der brasilianischen Hauptstadt Brasília besetzt. Die vom selbsternannten Übergangspräsidenten Guaidó eingesetzte Botschafterin María Teresa Belandria erklärte, Mitarbeiter der Botschaft hätten sich zu Guaidó bekannt, die Tür geöffnet und "die diplomatische Mission freiwillig an die legitim aufgestellte Vertretung in Brasilien übergeben".
Einsatzkräfte vor der venezolanischen Botschaft Bild anzeigen
Einsatzkräfte vor der venezolanischen Botschaft © AFP

Aber auch Anhänger von Venezuelas Präsident Nicolás Maduro hielten sich weiter in der Botschaft auf. Beide Seiten standen sich der Polizei zufolge in dem Gebäude gegenüber. "Die beiden Gruppen sind drinnen und versuchen, eine friedliche Lösung zu finden", sagte ein Sprecher der Militärpolizei vor der Botschaft.

Belandria forderte alle weiteren Botschaftsmitarbeiter sowie die der sieben venezolanischen Konsulate in Brasilien auf, die Vertretungen ebenfalls an Guaidó-Anhänger zu übergeben. Die Regierung des linksgerichteten Maduro verurteilte die Vorgänge scharf. "Das Gelände unserer Botschaft wurde heute Morgen gewaltsam überfallen", schrieb der venezolanische Außenminister Jorge Arreaza im Kurzbotschaftendienst Twitter. Die brasilianische Regierung sei verantwortlich für die Sicherheit der venezolanischen Beamten vor Ort, erklärte Arreaza.

Maduro liefert sich seit Jahren einen Machtkampf mit der Mitte-Rechts-Opposition. Im Januar erklärte sich Parlamentspräsident Guaidó zum Übergangspräsidenten. Der Oppositionspolitiker wird von mehr als 50 Staaten als Staatschef anerkannt, unter ihnen Brasilien und Deutschland.

Die Vorgänge in der Botschaft ereigneten sich kurz vor dem Gipfeltreffen der Brics-Staaten ab Donnerstag in Brasília; die wichtigen Schwellenländer vertreten hinsichtlich der politischen und wirtschaftlichen Krise in Venezuela gegensätzliche Positionen. Während der rechtsradikale brasilianische Präsident Jair Bolsonaro als einziger Vertreter der Brics-Staat Guaidó als Interimspräsidenten unterstützt, stehen Russland und China auf der Seite von Maduro.

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