Seit dem Rücktritt der bisherigen Linken-Chefin Gesine Lötzsch wird in der Partei heftig über die künftige Führung beraten, die auf dem Parteitag Anfang Juni in Göttingen neu gewählt wird. Offen ist bislang, ob der frühere Parteichef Oskar Lafontaine noch einmal antritt; er will sich ebenfalls erst nach den Wahlen äußern. Lafontaine-Kritiker wie etwa der Landesvorsitzende von Mecklenburg-Vorpommern, Steffen Bockhahn, drängen auf eine frühere Klärung.
Seine Kandidatur für den Vorsitz angemeldet hat bereits Fraktionsvize Dietmar Bartsch; eine ins Gespräch gebrachte Doppelspitze aus ihm und der stellvertretenden Parteichefin Sahra Wagenknecht gilt inzwischen aber als unwahrscheinlich. Offen ist bislang, ob Lötzschs amtierender Ko-Chef Klaus Ernst noch einmal antritt.
Gysi kündigte auch eine intensive Auseinandersetzung mit der Piraten-Partei an, die Erfolge bei den jüngsten Landtagswahlen verbucht hat und derzeit einen Höhenflug in den Umfragen erlebt. "Ich werde ab jetzt auf Parteitagen zu den Piraten Stellung nehmen", sagte Gysi Die Partei spreche "eine Parallelgesellschaft mit einer anderen Sprache" an. Problematisch sei, dass die Partei "sich nicht vom Rechtsextremismus abgrenzen will und Leute, die so etwas sagen, nicht ausschließt".
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