Trauernde widersetzen sich Corona-Ausgangssperre

Hunderte Palästinenser tragen getöteten 13-Jährigen zu Grabe

Ramallah (AFP) - Ungeachtet der geltenden Corona-Regeln haben hunderte Palästinenser an der Beerdigung eines 13-Jährigen teilgenommen, der bei Zusammenstößen mit der israelischen Armee im Westjordanland getötet wurde. Ein Trauerzug brachte die Leiche des Jungen am Samstag von einem Krankenhaus in Ramallah in die Stadt Mughajir, wo er begraben wurde. Die Trauernden widersetzten sich damit einer Ausgangssperre, die die palästinensischen Behörden wegen der Corona-Pandemie erlassen hatten.
Der Trauerzug in Mughajir Bild anzeigen
Der Trauerzug in Mughajir © AFP

Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministerium erlag der Junge am Freitag seinen Verletzungen, nachdem ihm von der israelischen Armee "mit scharfer Munition in den Bauch geschossen" worden sei. Er wurde demnach bei einer Demonstration in Mughajir gegen israelische Siedlungspläne nördlich von Ramallah tödlich verletzt. Eine Sprecherin der israelischen Armee widersprach dieser Darstellung und sagte der Nachrichtenagentur AFP, es sei keine scharfe Munition eingesetzt worden.

Israel besetzt das Westjordanland seit 1967. In dem Gebiet leben etwa 2,8 Millionen Palästinenser.

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