Zweitägige Verhandlungen in Wien

IAEA fordert von Iran freien Zugang zu Atomanlagen

Wien (AFP) - Bei neuen Gesprächen zum iranischen Atomprogramm hat die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) freien Zugang zu den Atomanlagen gefordert. Es sei wichtig, "dass der Iran uns Zugang zu Menschen, Dokumenten, Informationen und Standorten gibt", sagte der IAEA-Chefunterhändler Herman Nackaerts vor Beginn der Gespräche in Wien. Irans Präsident Ahmadinedschad forderte den Westen derweil zu einer Änderung seiner Haltung auf.
Irans IAEA-Botschafter Soltani in Wien Bild anzeigen
Irans IAEA-Botschafter Soltani in Wien © AFP

An den zweitägigen Beratungen in der iranischen Botschaft nahmen der iranische IAEA-Gesandte Ali Asghar Soltanieh und Nackaerts teil. Die IAEA fordert vom Iran eine Klärung offener Fragen zu einer möglichen militärischen Dimension des Atomprogramms. Im November hatte die IAEA in einem Bericht Hinweise aufgeführt, wonach der Iran mindestens bis 2003 am Bau einer Bombe arbeitete.

Zudem fordert die IAEA Zugang für ihre Kontrolleure zur Militäranlage Parschin bei Teheran, auf der Sprengstoff getestet worden sein soll. Ein Team von IAEA-Inspekteuren unter Leitung von Nackaerts hatte bereits bei zwei Besuchen im Iran im Januar und Februar nach Parschin reisen wollen, dafür aber keine Erlaubnis erhalten.

Im März sagte IAEA-Generalsekretär Yukiya Amano, auf dem Stützpunkt seien "Aktivitäten im Gange", die baldmöglichst untersucht werden müssten. Irans Regierung sieht jedoch keinen Grund für Kontrollen, da das Gelände nichts mit dem Atomprogramm zu tun habe. Sie will Kontrollen nur zustimmen, wenn auch eine allgemeine Einigung über die "Modalitäten" der künftigen Zusammenarbeit mit der IAEA erreicht wird.

Ahmadinedschad forderte den Westen auf, seine Haltung zu "korrigieren". Zudem betonte er erneut, die iranische Nation werde niemals ihr "fundamentales Recht" zur Nutzung der Atomenergie aufgeben. Während der Westen und Israel den Iran verdächtigen, am Bau einer Atombombe zu arbeiten, beharrt Teheran auf seinem Recht zur friedlichen Nutzung der Atomenergie.

Die Gespräche mit der IAEA gelten als wichtiger Test für die Atomgespräche mit den fünf UN-Vetomächten USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien sowie Deutschland (5+1-Gruppe) kommende Woche in Bagdad. Das Treffen war Mitte April bei einer ersten Verhandlungsrunde in Istanbul vereinbart worden, die von beiden Seiten verhalten positiv bewertet wurde.

Überschattet werden dürfte der Beginn der Gespräche vom Start eines iranischen Beobachtungssatelliten am selben Tag. Wie Raumfahrtminister Mehdi Farahi laut der Nachrichtenagentur Irna am Montag bekanntgab, soll am 23. Mai der Satellit Fadschr (Morgenröte) ins All geschickt werden. Der Westen befürchtet, dass der Iran die für den Transport der Satelliten verwendeten Raketentechnologie auch für Atomwaffen nutzen könnte.

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