Gerichtsmitarbeiter wegen Spionageverdachts festgesetzt

In Libyen inhaftierte IStGH-Delegation freigelassen

Sintan (AFP) - Die vier in Libyen inhaftierten Mitarbeiter des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) sind wieder frei. "Die vier Mitglieder (des IStGH) wurden freigelassen", sagte der libysche Kommandeur Adschmi al-Atiri, dessen Brigade Gaddafi-Sohn Seif al-Islam bewacht. IStGH-Präsident Sang-Hyung Song dankte bei einer Pressekonferenz in Sintan den libyschen Behörden für ihren Einsatz.
Internationaler Strafgerichtshof in Den Haag Bild anzeigen
Internationaler Strafgerichtshof in Den Haag © AFP

Libyens Vize-Außenminister Mohammed Abdel Asis kündigte die Ausreise der vier IStGH-Mitarbeiter noch für den Montag an. So sei es mit dem Gericht in Den Haag vereinbart worden. Song dankte den Behörden des Landes für ihre Bemühungen um die Freilassung. Zugleich entschuldigte er sich für die "Schwierigkeiten", die durch die Ereignisse entstanden seien. Der IStGH-Chef kündigte eine Untersuchung der Vorfälle und mögliche Konsequenzen bei erwiesenem Fehlverhalten an.

Die IStGH-Mitarbeiter waren in Sintan, 170 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Tripolis, festgehalten worden. Der IStGH hatte am Sonntag mitgeteilt, für Montag mit der Freilassung zu rechnen.

Die vier Gerichtsmitarbeiter, darunter die australische Anwältin Melinda Taylor, waren vor mehr als drei Wochen unter Spionageverdacht festgenommen worden, nachdem sie den Sohn von Ex-Machthaber Muammar al-Gaddafi, Seif al-Islam, getroffen hatten. Libyen wirft Taylor vor, bei dem Treffen einen Stift mit einer integrierten Kamera und einen verschlüsselten Brief von Mohammed Ismail, einem früheren Vertrauten des Gaddafi-Clans, dabei gehabt zu haben.

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