Teheran fordert Washington zum Einschreiten auf

Iran verurteilt Verbrennung des Koran durch US-Pastor

Teheran (AFP) - Die iranische Regierung hat die Verbrennung mehrerer Ausgaben des Koran durch einen US-Pastor scharf verurteilt. Das Außenministerium verurteile "entschieden diese lächerliche, beleidigende und provokante Tat", zitierte die Nachrichtenagentur Irna aus einer Erklärung. Demnach forderte das Ministerium die US-Regierung auf, umgehend Maßnahmen zu ergreifen, damit sich ein derartiger Vorfall nicht wiederholt.

Pastor Terry Jones Bild anzeigen Pastor Terry Jones © AFP

Der umstrittene US-Pastor Terry Jones hatte am Sonntag in Gainesville im US-Bundesstaat Florida mehrere Ausgaben des Koran sowie ein Bild des Propheten Mohammed verbrannt. Wie die Zeitung "The Gainesville Sun" berichtet, wollte er mit der Aktion gegen die Inhaftierung des evangelischen Pastors Jussef Nadarchani im Iran protestieren. Nadarchani droht die Todesstrafe, weil er als Muslim zum Christentum konvertiert war.

Laut dem Zeitungsbericht forderte das US-Verteidigungsministerium Jones auf, von der Aktion abzusehen, da eine Verbrennung des heiligen Buchs der Muslime das Leben von US-Soldaten in Afghanistan und anderen Ländern gefährden könne. Im März 2011 hatte Jones' Vertreter Wayne Sapp ein Exemplar des Koran verbrannt und die Aktion im Internet veröffentlicht. Bei anschließenden Protesten im Norden Afghanistans wurden mindestens zwölf Menschen getötet.

Nadarchani war zunächst wegen des Abfalls vom islamischen Glauben zum Tode verurteilt worden. Im Juli 2011 hob das Oberste Gericht das Urteil auf und verwies den Fall erneut an ein untergeordnetes Gericht in Rascht, woher der Pastor stammt, zurück. Im September wurde ein neues Urteil gefällt, jedoch nicht veröffentlicht. Auch in Deutschland und anderen Ländern ist seitdem die Sorge geäußert worden, dass der 34-Jährige demnächst hingerichtet werden könnte.