Größte Oppositionspartei kritisiert Mangel an Reformen

Jordanische Muslimbrüder wollen Wahlen boykottieren

Amman (AFP) - Die jordanischen Muslimbrüder wollen die vorgezogenen Parlamentswahlen boykottieren. Die größte Oppositionsgruppe in dem Königreich begründete ihren Entschluss mit dem Mangel an Reformen. "Dem Regime ist es nicht gelungen, dem Verlangen der Jordanier, darunter der islamistischen Bewegung, nach Reformen zu erfüllen", sagte die Nummer Zwei der Muslimbrüder, Saki Bani Rscheid, der Nachrichtenagentur AFP.
Anhänger der Muslimbrüder in Jordanien Bild anzeigen
Anhänger der Muslimbrüder in Jordanien © AFP

Die nächsten Parlamentswahlen stehen eigentlich erst für 2014 an, doch König Abdullah II. hat vorgezogene Neuwahlen angesetzt, um der Forderung der Bevölkerung nach Reformen nachzukommen. Ein Datum für den Urnengang wurde aber noch nicht festgesetzt. Die Islamisten hatten bereits aus Protest gegen das Wahlsystem, das aus ihrer Sicht die dem König treu ergebenen ländlichen Regionen bevorzugt, die letzten Parlamentswahlen 2010 boykottiert.

Die Muslimbrüder und andere Oppositionsparteien demonstrieren in Jordanien regelmäßig für politische und wirtschaftliche Reformen. Insbesondere verlangen sie, die Umwandlung des Staates in eine parlamentarische Monarchie, in welcher der Ministerpräsident nicht länger vom König ernannt, sondern vom Parlament gewählt wird.

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