Rezessionsland an den Finanzmärkten unter Druck

Juncker sieht Spanien nicht vor Bitte um Finanzhilfe

Luxemburg/Madrid (AFP) - Das an den Finanzmärkten unter Druck stehende Spanien braucht nach den Worten von Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker keine internationale Finanzhilfe. "Ich denke nicht, dass Spanien irgendeine Art von Hilfe von außen braucht", sagte Juncker in Luxemburg. Der luxemburgische Regierungschef forderte die Finanzmärkte auf, den Fall Spaniens "rationaler" zu betrachten. Wie Spaniens Zentralbank bestätigte, rutschte das Land Anfang des Jahres erneut in die Rezession.
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De Guindos (l.) und Juncker © AFP

Die Zinsen für spanische Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit waren am Montag zum ersten Mal seit Jahresbeginn über die kritische Marke von sechs Prozent gestiegen. Ein solcher Wert gilt für Staaten als langfristig nicht tragbar; Griechenland, Portugal und Irland mussten bei derartigen Hochzinsen internationale Finanzhilfe beantragen.

Um einen solchen Schritt zu verhindern, hat die Regierung in Madrid eine Reihe von Reformen sowie ein Milliarden-Sparprogramm auf den Weg gebracht. Hohe Arbeitslosigkeit, eine schrumpfende Wirtschaftskraft und Sorgen um den spanischen Bankensektor machen Spanien aber in der Schuldenkrise weiter zum Wackelkandidaten. "Spanien ist in der Spur", zeigte Juncker sich jedoch optimistisch. Er sei "wirklich beeindruckt" von dem spanischen Reformprogramm.

Spaniens Zentralbank-Chef Miguel Fernández Ordóñez sagte, der Rückgang der Wirtschaftsleistung zum Jahresende habe sich auch Anfang 2012 fortgesetzt. "Die Verschärfung der Schuldenkrise ab dem vergangenen Sommer hat die zerbrechliche Erholung unterbrochen, die die spanischen Wirtschaft ein Jahr zuvor in Gang gesetzt hat", sagte er. Ein Land befindet sich nach gängiger Definition in der Rezession, wenn sein Wirtschaftsleistung zwei Quartale in Folge schrumpft.

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