Im Tod des Al-Kaida-Führers Osama bin Laden sieht Karsai keinen Wendepunkt im Kampf gegen den Terrorismus. Dies sei nur ein Ereignis gewesen. Es müsse in der gesamten Region noch viel mehr geschehen, sagte der afghanische Staatschef. Eine Rückkehr der Taliban an die Macht werde er nicht akzeptieren, betonte Karsai. "Sie können sich an Wahlen beteiligen, aber wir werden ihnen nicht gestatten, das Land zu übernehmen."
Karsai betonte auch, Frauen hätten in Afghanistan heute viele Rechte. "27 Prozent der Abgeordneten im afghanischen Parlament sind Frauen. Durch bessere Ausbildung können wir die Stellung der Frau in der Gesellschaft verbessern." Auf die Frage, warum seine eigene Frau nie in der Öffentlichkeit erscheine, sagte Karsai: "Darüber entscheide nicht ich. Meine Frau sieht ihre Rolle eher in der Familie."
Die in Afghanistan weit verbreitete Korruption gestand Karsai ein, machte aber auch am Wiederaufbau beteiligte ausländische Unternehmen mitverantwortlich. Er hatte am Mittwoch in Berlin mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ein Partnerschaftsabkommen für die Zeit nach dem Abzug der internationalen Truppen Ende 2014 unterzeichnet. Darin sagt Deutschland die Zahlung von 150 Millionen Euro im Jahr für die Sicherheitskräfte zu. Karsai sagte in dem Interview, der Truppenabzug werde allen beteiligten Nationen sehr viel Geld sparen.
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