Auswärtiges Amt: Vorwürfe weiter unklar

Kein konsularischer Zugang zu jüngst festgenommenem Deutschen in Türkei

Berlin (AFP) - Deutsche Diplomaten haben immer noch keinen Zugang zu dem am Wochenende am Istanbuler Flughafen festgenommenen deutschen Staatsbürger. Der Betroffene befinde sich weiterhin in Polizeigewahrsam, sagte der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Martin Schäfer, am Mittwoch in Berlin. Eine konsularische Betreuung "ist uns verweigert worden". Die Bundesregierung sei noch immer nicht von der Türkei auf offiziellen Kanälen über die Festnahme informiert worden.
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Deniz Yücel wird bereits seit Februar festgehalten © AFP

Am Montag hatte das Auswärtige Amt mitgeteilt, dass am Sonntag erneut ein deutsches Ehepaar türkischer Abstammung bei der Einreise in die Türkei festgesetzt worden sei. Einer der beiden Betroffenen sei wieder frei, aber mit einer Ausreisesperre belegt worden. Schäfer sagte am Mittwoch, es sei weiter unklar, was dem Ehepaar vorgeworfen werde.

Ende August hatte die Türkei ein deutsches Ehepaar mit türkischen Wurzeln bei der Einreise am Flughafen in Antalya festgenommen. Beide sind inzwischen zwar wieder frei. Während die Frau aber nach Deutschland zurückkehren durfte, wurde der Mann ebenfalls mit einer Ausreisesperre belegt.

Die Regierung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan geht seit dem fehlgeschlagenen Putsch im Sommer 2016 mit harter Hand gegen politische Gegner vor. Besonders im Fokus stehen dabei Anhänger der Gülen-Bewegung, die Erdogan für den Putschversuch verantwortlich macht. Das Auswärtige Amt hat wegen der Lage in der Türkei mehrfach seine Reise- und Sicherheitshinweise für das Land verschärft.

Derzeit sind dem Ministerium zufolge mindestens elf Deutsche in der Türkei aus politischen Gründen im Gefängnis, drei von ihnen bereits seit Sommer 2016. Die bekanntesten Fälle sind der seit Februar inhaftierte "Welt"-Korrespondent Deniz Yücel, die Ende April festgenommene deutsche Journalistin und Übersetzerin Mesale Tolu und der Anfang Juli festgesetzte deutsche Menschenrechtsaktivist Peter Steudtner.

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