Weltklimagipfel in Paris

Kirche mischt sich ein

Schleppend kamen die Verhandlungen in der letzten Woche beim Weltklimagipfel in Paris voran. Am Samstag denn endlich legten die Delegierten einen vorläufigen Vertragsentwurf, vor der in dieser Woche verhandelt werden soll.

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Der ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomaios I rief die Weltklimakonferenz zum Handeln auf.

© FotoHiero / pixelio.de

Jochen Flasbarth, der deutsche Umwelt Staatssekretär betonte, dass noch "viel Arbeit" vor den Umweltministern läge. Weiterhin verständigten sich die G7 Länder am Samstag darauf, insgesamt 300 Millionen Euro für sogenannte Klima-Risikoversicherungen bereit zu stellen. Diese Gelder könnten in armen Ländern etwa 180 Millionen Menschen gegen Klimarelevante Schäden abgesichert werden.

Versicherung ist nicht genug

Ein wenig gewöhnungsbedürftig klingt dieses Versprechen schon. Unterm Strich sollen betroffene Länder also im Schadensfall finanziell abgesichert sein. Doch auch das evangelische Hilfswerk "Brot für die Welt" machte klar, dass diese Initiative bei Weitem nicht ausreiche, um etwa bedrohte Inselstaaten bei einem weiteren Anstieg des Meeresspiegels vor dem Untergang zu retten. Auch stellt die Abholzung des Regenwaldes noch immer ein Problem dar, dessen Auswirkungen auf das Ökosystem man kaum abschätzen kann.

Deutlichere Worte fand der ökumenische Patriarch von Konstantinopel Bartholomaios I. Er rief die Weltklimakonferenz zum Handeln auf und betonte, dass das ökumenische Patriarchat gemeinsam mit anderen Kirchen unter besonderer Erwähnung des Papstes Franziskus, den Umweltschutz als ein gemeinsames Anliegen verstehen sollten. Weiterhin sprach er davon, dass Dies nur möglich sei, wenn sich ein radikaler Wechsel des Lebensstils einstelle. Jegliche Verschmutzungen, welche den Klimawandel weiter nähren, könnten müssten vermieden werden.

Was man sagt und was man macht

Betrachtet man nun die vorläufigen Ergebnisse der Weltklimakonferenz und die Worte von Bartholomaios I, wird das Dilemma deutlich: Einerseits ist heute mit rationalem Verstand ersichtlich, dass der gegenwärtigen Lebensstil der westlichen Welt nicht länger aufrecht erhalten werden kann ohne dramatische Auswirkungen auf die Umwelt in Kauf zu nehmen. Dieser Lebensstil muss überdacht und an zukunftsfähige Verhältnisse angepasst werden. Wenn man angesichts dieser Wirklichkeit jedoch Risikoversicherungen bereitstellt und wieder einmal meint, mit Geld ließen sich die Probleme lösen, dann hat man scheinbar nicht verstanden worum es in Wirklichkeit geht. Nicht einmal auf für alle Staaten verbindliche Ziele zur Minderung des Kohlendioxid Ausstoßes hat man sich auf der Konferenz einigen können. Der moderne Ablasshandel mit CO2 Zertifikaten ist in diesem Zusammenhang noch ein ganz anderes Thema.

Bewusstseinswandel

Die Frage ist ohnehin, inwiefern Gesetze und Regelwerke dafür sorgen können dass das öffentliches Bewusstsein erwacht. Informationen und praktische Anleitungen helfen deutlich besser. Dank mehr Aufklärung wächst das öffentliche Bewusstsein für Umwelt- und Klimaschutz. Verbrauchern wird der ökologische Fußabdruck auch im Bezug auf das Wohnen bzw. ihre Immobilie immer wichtiger. Deswegen werden im Hausbau unter anderem verstärkt nachhaltige Rohstoffe eingesetzt. Neben Dämmstoffen gehören auch Anstrich- und Holzschutzmittel oder Fußböden mit zu diesen nachhaltigen Rohstoffen. Beispielsweise, zeichnet sich Bambus-Parkett durch eine enorm hohe Ökobilanz aus, Bambus gehört zu den am schnellsten wachsenden Rohstoffen und kann pro Tag bis zu einem Meter wachsen. Somit ist Parkett aus Bambus sicherlich ein interessante Alternativen zu anderen Bodenbelägen.

Neben dem einzelnen Verbraucher ist die Industrie jedoch immer noch CO2 Produzent Nummer 1 und die Frage bleibt, wie sich dieses von Wachstum geprägtem, ja fast schon dem Wachstum hörigen Wirtschaftssystem ändern lässt ohne den Lebensstandart für die meisten auf Dauer zu senken.

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