58-Jähriger wollte nach Europa reisen - Behörden untersagen ihm Ausreise

Kubanischer Dissident Fariñas kurz nach Festnahme wieder freigelassen

Havanna (AFP) - Wenige Tage nach seiner Festnahme ist der prominente kubanische Dissident und Sacharow-Preisträger Guillermo Fariñas wieder freigelassen worden. Die Behörden hätten ihn am Donnerstagabend zwar "ohne Anklage" freigelassen, ihm aber unter Androhung einer neuen Festnahme die Ausreise aus der kubanischen Stadt Santa Clara untersagt, sagte der 58-Jährige der Nachrichtenagentur AFP. "Der Hauptgrund für meine Festnahme war, mich von einer Reise nach Europa abzuhalten", fügte er hinzu.
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Kubanischer Dissident Guillermo Fariñas © AFP

Fariñas wollte nach eigenen Angaben an einer Sitzung der Menschenrechtskommission des Europäischen Parlaments teilnehmen. Die kubanischen Behörden würden befürchten, dass er in Europa die Beziehungen zur Europäischen Union sabotieren wolle, sagte er weiter.

Fariñas war am Dienstag beim Verlassen seines Hauses in Santa Clara auf dem Weg zur spanischen Botschaft in Havanna festgenommen worden, wo er Reisedokumente abholen wollte.

Fariñas hat Jahre im Gefängnis verbracht und mit rund 30 Hungerstreiks die Freilassung von dutzenden politischen Gefangenen erreicht. Dafür erhielt er im Jahr 2010 den Sacharow-Preis für Menschenrechte des Europaparlaments, den er aber erst mit zweieinhalbjähriger Verspätung entgegennehmen konnte, weil er keine Ausreisegenehmigung erhielt.

Die kubanische Regierung bestreitet die Existenz politischer Häftlinge im Land. Sie betrachtet sie als illegale Opposition, die von Washington finanziert wird.

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