Abgeordnete stimmen für Kritiker von Ahmadinedschad

Laridschani erneut iranischer Parlamentspräsident

Teheran (AFP) - Mit der Wiederwahl von Ali Laridschani hat das iranische Parlament erneut einen Kritiker von Präsident Mahmud Ahmadinedschad zu seinem Präsidenten gewählt. Laridschani, der vor seiner ersten Wahl im Jahr 2008 als Vorsitzender des iranischen Sicherheitsrats auch Chefunterhändler bei den Atomverhandlungen gewesen war, bekam 173 von 275 Stimmen.
Laridschani Bild anzeigen Laridschani © AFP

Laridschani setzte sich damit gegen seinen Vorgänger Gholam-Ali Haddad-Adel durch. Beide gehören dem konservativen Lager an. Während Laridschani aber zu Ahmadinedschads schärfsten Kritikern gehört, unterstützt Haddad-Adels die Regierung.

Der 55-jährige Laridschani gehört zu einer Gruppe von ultrakonservativen Politikern, die Ahmadinedschad zunehmend kritisch gegenüberstehen. Nachdem beide bei der Präsidentschaftswahl im Jahr 2005 gegeneinander angetreten waren, gerieten die Politiker immer wieder aneinander. Laridschani kritisiert besonders Ahmadinedschads Wirtschaftspolitik.

Das gespaltene konservative Lager hatte die Parlamentswahl im März und Mai weitgehend unter sich ausgemacht, weil die Opposition die Abstimmung aus Protest gegen die Unterdrückung von Demonstrationen gegen die Wiederwahl Ahmadinedschads im Jahr 2009 boykottierte. Reformer sind im neuen Parlament kaum vertreten. Ihre Anführer Mir-Hossein Mussawi und Mehdi Karubi stehen unter Hausarrest.

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