Viel Zustimmung für Ministerpräsident Ramelow

Linke in Thüringen-Umfragen vorn - Aber keine Mehrheit mehr für Rot-Rot-Grün

Mainz (AFP) - Gut eine Woche vor der Thüringen-Wahl muss die rot-rot-grüne Landesregierung um ihre Mehrheit bangen. Laut am Donnerstag veröffentlichten Umfragen für ARD und ZDF kommt die Linke von Ministerpräsident Bodo Ramelow zwar auf Platz eins, doch für eine Fortsetzung des Bündnisses mit SPD und Grünen reicht es nicht. Andere Konstellationen sind allerdings auch nicht in Sicht.
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Wahlplakate in Thüringen © AFP

Im "Politbarometer extra" der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF liegt die Linke mit 27 Prozent weiterhin vorn, allerdings nur knapp vor der CDU mit 26 Prozent. Auf Platz drei folgt die AfD mit 20 Prozent. In der Erhebung von Infratest dimap für die ARD-"Tagesthemen" kommt die Linke auf 29 Prozent, CDU und AfD liegen bei jeweils 24 Prozent.

Die SPD erreicht in der ZDF-Umfrage neun Prozent, bei der ARD sind es acht. Die Grünen kommen nach der ZDF-Erhebung auf acht und in der ARD-Umfrage auf sieben Prozent. Für eine Fortsetzung von Rot-Rot-Grün würde das nicht reichen.

Allerdings hätte auch ein denkbares Bündnis aus CDU, SPD und Grünen keine Mehrheit. Womöglich könnte es damit nach der Wahl am 27. Oktober zu einer Minderheitsregierung kommen.

Die FDP, die aktuell nicht im Landtag vertreten ist, muss um ihren Einzug bangen. Die ZDF-Erhebung sieht die Liberalen bei fünf Prozent, die ARD-Umfrage sogar nur bei vier Prozent.

Beide Sender wiesen darauf hin, dass sich bis zum Wahltag am 27. Oktober noch viel tun könne. 38 Prozent der Befragten für das "Politbarometer extra" wissen noch nicht sicher, wem sie ihre Stimme geben sollen oder ob sie überhaupt wählen werden.

Ministerpräsident Ramelow regiert Thüringen seit 2014. Seine Zustimmungswerte sind gut: Im "Politbarometer extra" ist er der beliebteste Politiker des Landes, gefolgt von SPD-Landeschef und Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee und dem Vorsitzenden der Thüringer CDU, Mike Mohring.

In der ARD-Erhebung äußerten sich 62 Prozent der Befragten zufrieden oder sehr zufrieden mit Ramelows Arbeit. Das waren drei Prozentpunkte weniger als bei der vorangegangenen Umfrage im September. 31 Prozent waren weniger oder gar nicht mit Ramelow zufrieden.

Bei der Frage, wen die Umfrageteilnehmer lieber als Ministerpräsidenten hätten, sprachen sich in der ZDF-Umfrage 50 Prozent für Ramelow aus, 31 Prozent bevorzugen Mohring. Gegenüber dem Spitzenkandidaten der AfD, Björn Höcke, lag Ramelow sogar mit 76 Prozent zu sechs Prozent vorne.

Bei der Landtagswahl 2014 war die CDU mit 33,5 Prozent stärkste Kraft geworden. Die Linke kam auf 28,2 Prozent, die SPD auf 12,4 Prozent und die AfD auf 10,6 Prozent. Die Grünen übersprangen mit 5,7 Prozent knapp die Fünf-Prozent-Hürde, die FDP scheiterte mit 2,5 Prozent.

Für das "Politbarometer Extra" hatte die Forschungsgruppe Wahlen von Montag bis Mittwoch dieser Woche 1.004 Wahlberechtigte telefonisch befragt. Der Fehlerbereich wurde mit zwei bis drei Prozentpunkten angegeben.

Für die ARD-Erhebung hatte das Meinungsforschungsunternehmen Infratest dimap von Montag bis Mittwoch dieser Woche 1011 Thüringer Wahlberechtigte befragt. Der Fehlerbereich wurde mit 1,4 bis 3,1 Prozentpunkten angegeben.

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