Für eine solche Lösung müsse die Parteisatzung für zwei Jahre ausgesetzt werden, da diese eine Doppelspitze aus einem Mann und einer Frau vorsehe, sagte Heyenn der "Welt". "Außerdem müsste sichergestellt sein, dass den geschäftsführenden Bundesvorstand eine Frauenmehrheit von deutlich mehr als 50 Prozent bildet." Ihr Vorschlag werde in der Partei derzeit bereits diskutiert. Mit einer Doppellösung könne der immer noch bestehende Ost-West-Gegensatz in der Partei überwunden werden.
Lafontaine hatte am Dienstag seine Bereitschaft zur erneuten Kandidatur erklärt, eine Kampfkandidatur gegen Bartsch aber abgelehnt. Der Fraktionsvize Bartsch wiederum hält an seiner schon im November angekündigten Kandidatur fest. Kritik am Verhalten Lafontaines übte der Linken-Landeschef in Mecklenburg-Vorpommern, Steffen Bockhahn. "Was Lafontaine will, das ist kein Angebot, sondern die Forderung nach völliger Unterordnung", sagte Bockhahn der "tageszeitung" vom Freitag.
Auch die Linken-Vize Halina Wawzyniak kritisierte das Demokratieverständnis des Ex-Parteivorsitzenden Lafontaine. "Nur anzutreten, wenn es keine anderen Kandidaturen gibt, ist demokratietheoretisch völlig absurd", sagt Wawzyniak der "taz". Der Linken-Fraktionschef in Sachsen-Anhalt, Wulf Gallert, warf Lafontaine in dem Blatt "eine patriarchale Vorstellung von der Partei" vor. Dies zeige seine Bedingung, nur kandidieren zu wollen, wenn Bartsch auf seine Kandidatur verzichtet.
Linken-Fraktionschef Gregor Gysi schlug sich derweil auf die Seite von Lafontaine. Der Saarländer solle wieder an die Parteispitze zurückkehren, Bartsch Bundesgeschäftsführer werden und beide sollten sich gegenseitig akzeptieren, erklärte Gysi am Mittwoch in Berlin. "Oskar Lafontaine müsste auf Dietmar Bartsch zugehen und ihn als Bundesgeschäftsführer vorschlagen und akzeptieren." Gysi fügte hinzu: "Und dann müsste Dietmar Bartsch auf Oskar Lafontaine zugehen und ihn als Parteivorsitzenden akzeptieren."
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