Zuvor hatte bereits Polens Staatschef im Streit um Rederecht abgesagt

Litauens Präsident sagt Teilnahme an Auschwitz-Gedenken in Jerusalem ab

Vilnius (AFP) - Nach dem polnischen Präsidenten Andrzej Duda hat nun auch der litauische Staatschef Gitanas Nauseda seine Teilnahme an der am Donnerstag anstehenden Jerusalemer Gedenkveranstaltung anlässlich des 75. Jahrestages der Befreiung des NS-Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz abgesagt. Nauseda habe "den Parlamentspräsidenten aufgefordert, Litauen in Jerusalem zu repräsentieren", sagte ein Präsidentensprecher am Dienstag in Vilnius der Nachrichtenagentur AFP. Angaben zu den Gründen für die Entscheidung machte er nicht.
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Besucher in der Gedenkstätte Yad Vashem © AFP

Vor zwei Wochen hatte bereits Duda seine Teilnahme abgesagt. Der polnische Präsident hatte dies damit begründet, dass die Organisatoren nicht geplant hätten, ihn bei der Zeremonie in der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem eine Rede halten zu lassen. Ihm die Möglichkeit zu verweigern, die polnischen Holocaust-Opfer zu ehren, komme einer "Verzerrung der historischen Wahrheit" gleich, sagte der Staatschef.

Duda kritisierte zudem, andere führende internationale Vertreter dürften eine Rede halten, darunter Russlands Präsident Wladimir Putin. Dieser hatte Polen zuvor vorgeworfen, vor dem Beginn des Zweiten Weltkriegs mit Hitler kooperiert zu haben und Mitschuld an dem Krieg zu tragen, was in Polen große Empörung auslöste.

Zu der Gedenkfeier am Donnerstag in der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem werden die Staats- und Regierungschefs zahlreicher Länder erwartet, unter anderem Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

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