Vor allem sei Timoschenko beruhigt, dass der deutsche Neurologe Lutz Harms aus dem Berliner Krankenhaus Charité sie behandle, sagte Grybauskaite. Dieser sei hinsichtlich ihrer Genesung jedoch wegen der starken Überwachung in der Klinik "weniger optimistisch" als Timoschenko selbst. Die frühere ukrainische Regierungschefin verbüßt seit August eine siebenjährige Haftstrafe wegen Machtmissbrauchs und leidet unter Bandscheibenproblemen. Die Europäische Union sieht politische Motive für ihre Haft und kritisiert den Umgang mit Timoschenko.
Grybauskaite ist die erste hochrangige EU-Politikerin, die Timoschenko seit ihrer Inhaftierung traf. Am Abend will sie noch mit ihrem ukrainischen Kollegen Viktor Janukowitsch, Timoschenkos ärgstem Widersacher, zusammenkommen. Im Vorfeld warnte Grybauskaite ihn vor einer "Selbstisolierung" des Landes. "Das Vertrauen Europas in die Ukraine schwindet." Wegen Timoschenkos Fall wollen zahlreiche Politiker der Fußball-Europameisterschaft in der Ukraine fernbleiben, die das Land ab dem 8. Juni gemeinsam mit Polen ausrichtet.
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