Angehörige von vier getöteten Soldaten reichen Klage gegen Hauptverdächtigen ein

Londoner Gericht befasst sich mit IRA-Bombenanschlag aus dem Jahr 1982

London (AFP) - Mehr als 37 Jahre nach einem Bombenanschlag der IRA im Londoner Hyde Park befasst sich ein Gericht in der britischen Hauptstadt seit Mittwoch mit einer Zivilklage gegen den mutmaßlichen Drahtzieher des Attentats. Die klagenden Angehörigen von vier damals getöteten Soldaten forderten zu Beginn der Anhörungen, dass der Verdächtige John Downey zur Rechenschaft gezogen wird. Anwalt Daniel Brennan, der die Tochter eines Opfers vertritt, sprach von "klaren" Beweisen, die gegen Downey vorlägen.

So seien dessen Fingerabdrücke auf Parktickets entdeckt worden, die in Verbindung mit dem durch eine Bombe explodierten Fahrzeug standen. Bei dem Anschlag auf die königliche Kavallerie im Juli 1982 waren auch 31 Menschen verletzt und sieben Pferde getötet worden. Sollte das Gericht in London Downeys Verantwortlichkeit bei dem Anschlag feststellen, muss es über die Höhe der Entschädigung für die Hinterbliebenen befinden.

Der ehemalige IRA-Aktivist Downey ist derzeit in Nordirland inhaftiert. Ihm wird vorgeworfen, im Jahr 1972 zwei Soldaten ermordet zu haben. Im Bürgerkrieg zwischen Katholiken und Protestanten in der britischen Provinz Nordirland wurden bis zum Karfreitagsabkommen von 1998 mehr als 3500 Menschen getötet. Die IRA hatte 1997 eine unbefristete Waffenruhe in dem Konflikt ausgerufen. 2005 beendete sie offiziell ihren bewaffneten Kampf.

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