Europarat will Arbeit der Ermittler "sehr genau verfolgen"

Malta startet unabhängige Untersuchung zum Mordfall Caruana Galizia

Valletta (AFP) - Zwei Jahre nach der Ermordung der Journalistin Daphne Caruana Galizia hat die Regierung in Malta eine unabhängige Untersuchung des Falls angeordnet. Regierungschef Joseph Muscat beauftragte den pensionierten Richter Michael Mallia damit, die Hintergründe des bis heute nicht aufgeklärten Mordes zu ermitteln. Am Samstag erklärte er sich zudem zu Gesprächen mit Galizias Angehörigen bereit, die eine Zusicherung für die Unparteilichkeit der Ermittler forderten.
Caruana Galizia recherchierte zu Korruption und Geldwäsche Bild anzeigen
Caruana Galizia recherchierte zu Korruption und Geldwäsche © AFP

Der Regierungschef werde die Familie der ermordeten Journalistin nach seiner Rückkehr vom UN-Gipfel in New York treffen, sagte ein Regierungssprecher der Nachrichtenagentur AFP. Muscat hatte sich am Freitag der Forderung des Europarates gebeugt, welcher der Regierung in Valletta im Juni eine Drei-Monats-Frist für den Beginn solcher Ermittlungen gesetzt hatte. Vor allem die Familie des Mordopfers und viele Unterstützer hatten dies immer wieder gefordert.

Der Europarat begrüßte den Schritt des Regierungschefs. Er teilte am Samstag mit, er werde "die Arbeit der nun eingesetzten Untersuchungskommission sehr genau und aufmerksam verfolgen".

Die 53-jährige Caruana Galizia war am 16. Oktober 2017 bei einem Bombenanschlag getötet worden. Sie hatte als Journalistin regelmäßig über Korruption, Geldwäsche und Vetternwirtschaft in Malta berichtet. In manche der Skandale waren auch Mitglieder der Regierung sowie der Regierungschef selbst und seine Familie verwickelt. Galizias Ermordung hatte EU-weit Erschütterung ausgelöst.

Ex-Richter Mallia soll mit dem Rechtsexperten Ian Refalo sowie dem Forensiker Anthony Abela Medici zusammenarbeiten. Refalo war als Regierungsberater tätig, Abela Medici hat erst vor kurzem einen Posten in der Regierung Muscat angetreten. Die Familie Caruana Galizias hatte die Sorge geäußert, die Unabhängigkeit der Untersuchung stehe damit in Zweifel.

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