"Die französischen und afrikanischen Truppen kontrollieren die Stadt Gao zu hundert Prozent", verlautete aus malischen Sicherheitskreisen. In der Bevölkerung herrsche Freude darüber. Es gab allerdings auch Berichte über Plünderungen. Gao, das rund 1200 Kilometer nordöstlich von Bamako liegt, war bislang eine Hochburg der Islamisten, die im April 2012 die Kontrolle im Norden Malis übernommen hatten. Erste nigrische und tschadische Soldaten kamen auf dem Luftweg nach Gao.
Frankreichs Regierungschef Jean-Marc Ayrault zeigte sich überzeugt, das französische Truppen auch "bald in der Nähe" der kulturell bedeutenden Stadt Timbuktu seien. Während eines Besuchs in Santiago de Chile bekräftigte der Premierminister zugleich, dass Frankreich seine Truppen nicht längerfristig in Mali stationieren wolle. "Das Ziel ist, dass die afrikanische multinationale Truppe aufgestellt wird und in der Lage ist zu übernehmen", sagte Ayrault.
Die Oasenstadt Timbuktu am Rande der Sahara wurde von der UNESCO als Weltkulturerbe gelistet. Die radikalen Islamisten zerstörten dort zahlreiche Mausoleen islamischer Heiliger und lösten damit weltweite Empörung aus.
Zuletzt war Gao von der islamistischen Bewegung für Einheit und Dschihad in Westafrika (MUJAO) kontrolliert worden. Diese Gruppe erklärte sich am Samstag zu Verhandlungen über die Freilassung des im November in Mali entführten Franzosen Gilberto Rodriguez Leal bereit. Ayrault sagte zu dem Verhandlungsangebot, Frankreich werde für die Freiheit französischer Geiseln in Afrika "alles tun", sich aber nicht der "Logik der Erpressung" beugen.
In der Elfenbeinküste berieten die Generalstabschefs der westafrikanischen Staaten über die Lage in Mali. Es gehe darum, den Einsatz der Internationalen Unterstützungsmission für Mali (MISMA) gegen die islamistischen Milizen zu stärken, sagte der ivorische Armeechef zu Beginn des Treffens in Abidjan. Die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) hatte die Entsendung einer 4000 Mann starken Eingreiftruppe für Mali beschlossen. Ihr Aufbau kommt aber nur langsam voran.
Die Islamisten in Mali waren vor zwei Wochen überraschend Richtung Süden vorgerückt. Um einen weiteren Vormarsch zu stoppen, griff Frankreich militärisch ein. Inzwischen sind in Mali 2500 französische Soldaten im Einsatz.
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