Trump nicht zu Beschränkung von Waffengeschäften mit Saudi-Arabien bereit

Milliardär Branson friert nach Verschwinden Khashoggis Projekte mit Riad ein

London (AFP) - Als Reaktion auf das Verschwinden des saudiarabischen Journalisten Jamal Khashoggi friert der britische Milliardär Richard Branson mehrere Wirtschaftsprojekte mit Saudi-Arabien ein. Sollten sich die Berichte über Khashoggi bestätigen, werde dies "die Geschäftsperspektiven aller westlichen Staaten gegenüber der saudiarabischen Regierung radikal ändern", teilte Branson am Donnerstagabend auf der Website seiner Unternehmensgruppe Virgin mit.
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Jamal Khashoggi verschwand am 2. Oktober © AFP

Branson forderte "mehr Informationen der saudiarabischen Behörden und eine Klarstellung ihrer Position gegenüber Herrn Khashoggi". Für die Dauer der Ermittlungen werde er seine Teilnahme an zwei Tourismusprojekten aussetzen, erklärte er. Außerdem werde Virgin Gespräche mit dem saudiarabischen Staatsfonds über mögliche Investitionen in die Raumfahrtunternehmen Virgin Galactic und Virgin Orbit unterbrechen.

US-Präsident Donald Trump erklärte unterdessen, er sei nicht bereit, im Fall des verschwundenen Journalisten Waffenverkäufe an Saudi-Arabien zu beschränken. "Das wäre nicht akzeptabel", sagte Trump am Donnerstag im Oval Office. "Sie geben 110 Milliarden Dollar (97 Milliarden Euro) für Militärausrüstung und Dinge aus, die Arbeitsplätze schaffen." Falls die USA den Waffenverkauf an Saudi-Arabien einschränkten, werde Riad "das Geld nehmen und es in Russland oder China oder woanders ausgeben". Es gebe andere Wege, mit der Situation umzugehen.

Zugleich zeigte sich Trump besorgt über das Schicksal Khashoggis. "Wir mögen das nicht. Wir mögen das nicht mal ein kleines bisschen."

Türkische Ermittler haben den Verdacht geäußert, dass Khashoggi bei einem Besuch im Konsulat seines Landes in Istanbul vergangene Woche von saudiarabischen Agenten ermordet wurde. Riad weist die Vorwürfe zurück, ist aber den Beweis schuldig geblieben, dass der Regierungskritiker das Konsulat wieder lebend verließ. Dem Konsulat zufolge waren die Überwachungskameras im Gebäude am Tag von Khashoggis Besuch ausgefallen.

Einem Medienbericht zufolge verfügt die Türkei angeblich über Aufnahmen, die eine Ermordung Khashoggis belegen. Die türkische Regierung habe US-Vertretern über solche Aufnahmen berichtet, schrieb die US-Zeitung "Washington Post". Die Ton- und Videoaufnahmen würden zeigen, dass Khashoggi in dem Konsulat verhört, gefoltert und ermordet worden sei. Sein Körper sei anschließend zerlegt worden.

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