Ayrault: "Ich bin ein ehrlicher Mann"

Möglicher Pariser Regierungschef Ayrault verteidigt sich

Paris (AFP) - Wenige Tage vor der Ernennung des neuen französischen Regierungschefs hat der Favorit für das Amt, der Deutschlandkenner Jean-Marc Ayrault, seinen Ruf verteidigt. "Meine persönliche Rechtschaffenheit stand nie in Frage", erklärte der 62-Jährige, nachdem Medien eine 15 Jahre alte Verurteilung wegen Begünstigung aufgegriffen hatten. In dem Fall sei es nicht um persönliche Bereicherung oder politische Spenden gegangen. "Ich bin ein ehrlicher Mann und ich werde ein ehrlicher Mann bleiben", ergänzte Ayrault.
Ayrault Bild anzeigen Ayrault © AFP

Ein Strafgericht im westfranzösischen Nantes, wo Ayrault Bürgermeister ist, hatte ihn im Jahr 1997 wegen Begünstigung zu sechs Monaten Haft auf Bewährung und einer Geldstrafe von 30.000 Francs verurteilt. Die Stadtverwaltung hatte den Auftrag für das Infomagazin von Nantes ohne Ausschreibung an einen Verlag gegeben, dessen Chef einer der Geldgeber der Sozialisten der Region gewesen sein soll. Er habe damals als Bürgermeister die Verantwortung übernommen, sei aber nicht persönlich in die Sache verwickelt gewesen, erklärte Ayrault.

Der neue französische Präsident François Hollande hatte angekündigt, er wolle im Elysée-Palast keine Politiker um sich haben, die in Gerichtsverfahren verurteilt worden seien. Hollande will den Namen seines Regierungschefs am Dienstag nach seiner Amtseinführung bekannt geben. Ayrault, der fließend Deutsch spricht, gilt als einer der engsten Vertrauten von Hollande.

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