Im vergangenen Jahr hatte Murdoch vor einem Parlamentsausschuss gesagt, dass er sich mit führenden britischen Politikern getroffen habe, darunter auch mit dem konservativen Premierminister David Cameron und dessen Labour-Vorgängern Gordon Brown und Tony Blair. Vor der richterlichen Presseethik-Kommission bezeichnete Murdoch jetzt Gerüchte als "unwahr", wonach er Cameron übelnehme, dass dieser die Untersuchungskommission im Zusammenhang mit dem Abhörskandal seiner Medien ins Leben gerufen habe. Ziel des richterlichen Ausschusses ist es, Lehren aus der Affäre zu ziehen und Empfehlungen für einen neuen Pressekodex auszuarbeiten.
Im Mittelpunkt des Skandals steht das inzwischen eingestellte Blatt "News of the World", dessen Reporter Anrufbeantworter von Prominenten, aber auch von Anschlags- und Entführungsopfern angezapft hatten. Am Dienstag hatte Murdochs Sohn James vor der Kommission ausgesagt, vom Ausmaß der Abhörmethoden nichts gewusst zu haben. Zugleich wurden neue E-Mail-Kontakte zwischen dem Medienkonzern und Beratern des konservativen Kulturministers Jeremy Hunt bekannt. Dabei ging es um das später gescheiterte Projekt von News Corp., sämtliche Anteile des Bezahl-Fernsehkonzerns BSkyB zu übernehmen.
James Murdoch erklärte, im Dezember 2010 mit Cameron über das Projekt gesprochen zu haben. Die oppositionelle Labour-Party verlangte den Rücktritt von Hunt, der auch für die Olympischen Spiele in diesem Sommer zuständig ist. Am Mittwoch erklärte Hunts Berater Adam Smith seinen Rücktritt.
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