Anklageerhebung vor Sondertribunal in Guantanamo

Mutmaßliche 9/11-Drahtzieher bald vor US-Militärgericht

Washington (AFP) - Die mutmaßlichen Drahtzieher der Anschläge vom 11. September 2001 sollen Anfang Mai erstmals seit Jahren vor Gericht erscheinen. Als Termin für die Verlesung der Anklage gegen den mutmaßlichen Chefplaner Khalid Sheikh Mohammed und vier weitere Verdächtige vor einem Sondertribunal in Guantanamo wurde der 5. Mai festgesetzt, teilte das Verteidigungsministerium in Washington mit. Bis zum Beginn der Hauptverhandlung können aber noch Monate vergehen. Bei einer Verurteilung droht den Männern die Todesstrafe.
Khalid Sheikh Mohammed Bild anzeigen Khalid Sheikh Mohammed © AFP

Vergangene Woche hatte das Pentagon grünes Licht für den Prozess gegeben. Neben dem aus Kuwait stammenden Mohammed müssen sich die Jemeniten Ramzi Binalshib und Walid bin Attash, der Saudi-Araber Mustafa Ahmad Al-Hawsawi sowie der Pakistaner Ali abd Al-Aziz Ali für eine Verwicklung in die Terroranschläge verantworten. Bei den im Namen des Terrornetzwerks Al-Kaida verübten Attacken mit entführten Passagiermaschinen auf das World Trade Center in New York und das Pentagon in Washington waren fast 3000 Menschen ums Leben gekommen.

Mohammed und seine vier mutmaßlichen Mitverschwörer waren bereits im Sommer 2008 unter der Regierung von US-Präsident George W. Bush vor einem der umstrittenen Militärtribunale im Gefangenenlager Guantanamo angeklagt worden. Der Nachfolger Barack Obama wollte das Verfahren gegen die 9/11-Verdächtigen eigentlich an ein Zivilgericht in New York verlegen, scheiterte aber am politischem Widerstand aus dem Kongress. Vor einem Jahr billigte Obama schließlich die Wiederaufnahme der Verfahren in Guantanamo.

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