Türkischer Kurde soll Vize-Konsul erschossen haben

Mutmaßlicher Attentäter nach Angriff auf türkische Diplomaten in Erbil gefasst

Erbil (AFP) - Drei Tage nach einem Attentat auf türkische Diplomaten haben die Behörden der autonomen Kurdenregion im Nordirak den Hauptverdächtigen festgenommen. Die Suche nach dem 27-jährigen türkischen Kurden Mazlum Dag sei erfolgreich gewesen, teilte der Sicherheitsrat der Region am Samstag in der Hauptstadt Erbil mit. Dag war Tags zuvor zur Fahndung ausgeschrieben worden.
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Mazlum Dag soll den türkischen Vize-Konsul in Erbil erschossen haben © AFP

Später verkündeten die Behörden die Festnahme eines weiteren Verdächtigen. Mit Mohammed Biskesiz sei auch "einer der Komplizen von Mazlum Dag" festgenommen worden, hieß es. Nähere Angaben etwa zur Nationalität des Mannes machten die Behörden nicht.

Die staatliche Nachrichtenagentur der Türkei identifizierte den Hauptverdächtigen als Bruder von Dersim Dag, einem Abgeordneten der oppositionellen prokurdischen Demokratischen Partei der Völker (HDP). Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan wirft der HDP immer wieder vor, Verbindungen zur verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) zu unterhalten.

Bei dem Angriff auf türkische Diplomaten in einem Restaurant in der Hauptstadt der autonomen Kurdenregion waren am Mittwoch drei Menschen getötet worden, unter ihnen der türkische Vize-Konsul in Erbil. Ein PKK-Sprecher sagte zwar, seine Gruppe sei nicht in den Angriff verwickelt. Experten gehen dennoch davon aus, dass die PKK dafür verantwortlich ist.

Die HDP verurteilte den Angriff als "absolut inakzeptable Provokation". Die Partei kritisierte zudem, dass einer ihrer Abgeordneten "wegen seines Bruders zum Ziel erklärt" werde.

Als Reaktion auf den Angriff flog die Türkei am Donnerstag Luftangriffe gegen PKK-Stellungen. Verteidigungsminister Hulusi Akar sprach vom bislang größten Einsatz der türkischen Luftwaffe in den nordirakischen Kandil-Bergen.

Die türkische Armee geht im Nordirak seit Mai verstärkt gegen die kurdischen PKK-Kämpfer vor, die dort an der Grenze zur Türkei und dem Iran seit Jahrzehnten Rückzugslager unterhält.

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