Umar Patek von Pakistan nach Indonesien ausgeliefert

Mutmaßlicher Bali-Attentäter "bedauert" Anschläge

Jakarta (AFP) - Einer der mutmaßlichen Drahtzieher der Anschläge von Bali im Jahr 2002, der 45-jährige Umar Patek, hat in seinem Prozess in der indonesischen Hauptstadt Jakarta die Anschläge bedauert. "Ich bedaure, dass sich das zugetragen hat, denn ich war von Anfang an dagegen", sagte Patek. Er hat gestanden, beim Mischen des Sprengstoffes mitgewirkt zu haben.
Umar Patek (r.) Bild anzeigen
Umar Patek (r.) © AFP

Patek muss sich in sechs Anklagepunkten vor Gericht verantworten, darunter Mord, Bombenbau und illegaler Waffenbesitz. Der Prozess begann im Februar unter strengen Sicherheitsvorkehrungen. Die Staatsanwaltschaft hatte bereits im Vorfeld angekündigt, für Patek die Todesstrafe zu beantragen. Der Angeklagte gilt als Mitglied der mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbundenen südostasiatischen Extremistenorganisation Jemaah Islamijah.

Neben den Anschlägen von Bali mit 202 Toten soll er für weitere Attentate in Indonesien verantwortlich sein. Nach Jahren auf der Flucht wurde Patek im Januar 2011 im pakistanischen Abbottabad gefasst, wo sich auch Al-Kaida-Chef Osama bin Laden bis zu seiner Tötung im vergangenen Mai versteckt gehalten hatte. Er habe Bin Laden in Abbottabad nie gesehen, sagte Patek in Jakarta aus. Er sei stets der Ansicht gewesen, der heilige Krieg solle nicht nach Indonesien getragen werden. Dieser Krieg müsse in Palästina geführt werden. Patek wurde im August von Pakistan nach Indonesien ausgeliefert.

Bewerten Sie diesen Artikel

0.0
0,0 (0 Stimmen)

Möchten Sie diesen Artikel

Versenden Drucken
Anzeige

Noch keine Kommentare vorhanden

Zu diesem Artikel wurde noch kein Kommentar hinterlassen, schreiben Sie doch den ersten.

Diesen Artikel versenden

Absender-E-Mail:*
Empfänger-E-Mail:*
Nachricht:*

* Pflichtfelder
Als Startseite festlegen Facebook Twitter RSS-Feeds Mobile