Bürgermeister Taue fordert Abkehr von Atomenergie

Nagasaki gedenkt Atombombenabwurfs vor 67 Jahren

Tokio (AFP) - Zum 67. Jahrestag des Abwurfs einer Atombombe auf die japanische Stadt Nagasaki durch die US-Armee hat Bürgermeister Tomihisa Taue für den Ausstieg des Landes aus der Atomkraft geworben. Zugleich rief Taue zur Unterstützung der Opfer des Atomunfalls im nordöstlichen Fukushima im März des vergangenen Jahres auf.
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Gedenkveranstaltung in Nagasaki © AFP

Die japanische Regierung müsse "neue energiepolitische Ziele formulieren, um eine Gesellschaft frei von radioaktiven Bedrohungen zu schaffen", forderte Taue. Die jährliche Gedenkveranstaltung fand nahe der Stelle statt, an der die Bombe am 9. August 1945 niedergegangen war.

Durch die Atombombe waren in Nagasaki direkt oder in Folge ihrer Verletzungen etwa 74.000 Menschen getötet worden. Drei Tage zuvor hatte das US-Militär eine Atombombe auf Hiroshima geworfen, wo 140.000 Menschen starben.

Japans Regierungschef Yoshihiko Noda forderte bei der Zeremonie in Nagasaki die weltweite Abschaffung aller Atomwaffen. An dem Gedenken nahm auch Clifton Truman Daniel teil, der 55 Jahre alte Enkel des früheren US-Präsidenten Harry Truman, der dem Atombombeneinsatz gegen Japan kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs zugestimmt hatte.

Die japanische Regierung arbeitet angesichts des Atomunfalls von Fukushima derzeit an einer neuen Energiepolitik. Alle 50 Reaktoren des Landes wurden nach dem Unglück heruntergefahren. Angesichts drohender Stromengpässe gingen zwei Reaktoren aber inzwischen wieder ans Netz, was in der Bevölkerung auf bislang beispiellose Proteste stieß.

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