Russischer Oppositioneller will Kreml-Sprecher Peskow anzeigen

Nawalny verlangt von Moskau Beweise für CIA-Vorwurf

Moskau (AFP) - Der Kreml-Kritiker Alexej Nawalny hat von der russischen Regierung Beweise für den Vorwurf gefordert, dass er mit dem US-Geheimdienst CIA zusammenarbeite. "Ich verlange, dass die Beweise veröffentlicht werden", schrieb Nawalny am Donnerstag in Online-Netzwerken. Der Vorwurf aus Moskau folgte auf ein "Spiegel"-Interview, in dem Nawalny Russlands Staatschef Wladimir Putin vorgeworfen hatte, hinter dem Giftanschlag auf ihn zu stecken.
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Von Nawalny veröffentlichtes Instagram-Foto © AFP

"Ich behaupte, dass hinter der Tat Putin steht, und andere Versionen des Tathergangs habe ich nicht", sagte Nawalny dem "Spiegel". Nach der Veröffentlichung des Interviews warf Kreml-Sprecher Dmitri Peskow dem russischen Oppositionellen vor, heimlich für den US-Geheimdienst tätig zu sein. "Ich kann direkt sagen, dass CIA-Mitarbeiter derzeit mit ihm arbeiten", sagte Peskow am Donnerstag in Moskau. Der Vorwurf, Präsident Putin stecke hinter dem Giftanschlag auf Nawalny, sei eine "grundlose und inakzeptable Anschuldigung".

Nawalny kündigte auf Peskows CIA-Vorwurf hin an, den Kreml-Sprecher anzeigen zu wollen. "Wenn die Behörden, die Peskow vertritt, Beweise für den Unsinn haben, den er redet, dann ist es eine Frage der nationalen Sicherheit und ich verlange die Veröffentlichung dieser Beweise", erklärte der 44-Jährige.

Der Kreml-Kritiker war am 20. August auf einem Flug vom sibirischen Tomsk nach Moskau zusammengebrochen. Er kam daraufhin zunächst in ein Krankenhaus in Omsk. Auf Drängen seiner Familie wurde er zwei Tage später zur Behandlung in die Berliner Universitätsklinik Charité gebracht; in Deutschland wurde eine Vergiftung mit einem chemischen Nervenkampfstoff aus der Nowitschok-Gruppe festgestellt. Der Fall hat für erhebliche Spannungen zwischen Berlin und Moskau gesorgt.

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