Jerusalem (AFP) - Nach rassistischen Ausschreitungen gegen schwarze Einwanderer in Tel Aviv hat Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu die Gewalt verurteilt und zugleich die baldige Ausweisung der illegalen Einwanderer angekündigt. "Ich will klar sagen, dass es für die Aktionen und Erklärungen, deren Zeugen wir gestern wurden, keinerlei Platz gibt", erklärte Netanjahu. Am Mittwoch waren etwa tausend Menschen gegen Einwanderer auf die Straße gegangen und hatten rassistische Parolen gerufen. In einem Armen-Viertel der Stadt griffen sie Geschäfte von Schwarzen an und plünderten sie.
"Das Problem der 'Eingesickerten' muss gelöst werden, und wir werden es lösen", erklärte Netanjahu. Innerhalb einiger Monate werde der Bau der Sperranlage an der Grenze zu Ägypten abgeschlossen sein. Schon bald werde zudem damit begonnen, die Einwanderer in ihre Herkunftsländer zurückzuschicken, kündigte der Regierungschef an. In dem geplünderten Viertel im Süden von Tel Aviv leben viele illegale Einwanderer insbesondere aus dem Sudan und Eritrea, die über die ägyptische Sinai-Halbinsel nach Israel kamen.
Der israelische Innenminister Eli Jischai forderte im Armeeradio, alle Einwanderer einzusperren und sie abzuschieben. "Denn sie nehmen den Israelis die Arbeit weg, und die jüdische Natur des Staates Israel muss geschützt werden", sagte der Chef der ultraorthodoxen Schass-Partei. Wenn der Staat nicht handele, werde ihre Zahl "bald auf eine halbe Million oder eine Million steigen. Seit 2006 sind amtlichen Angaben zufolge 62.000 Immigranten illegal nach Israel gekommen, hauptsächlich Sudanesen und Eritreer.